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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Gen/gen:
Das Wort für „Erbfaktor“, „Erbanlage“ kommt aus dem Griechischen:
gennan
heißt dort „erzeugen“. Das griechische Substantiv
genos
für „Geburt“, „Geschlecht“, „Art“ wurde über das lateinische
genus
ins Deutsche entlehnt und ist hier seit dem 17. Jahrhundert belegt. Daraus entstanden Ableitungen wie
Generation, Generator, Genesis, Genitiv, generell, Genre
.
Als Ausdruck der Biologie für Träger der Erbanlage wurde
Gen
jedoch erstmals 1909 von dem dänischen Botaniker Wilhelm Ludvig Johannsen (18571927) verwendet. In diesem Sinn hat der Begriff heute nicht zuletzt auf Grund der wissenschaftlichen Entwicklung überragende Bedeutung. Im Jahr 2000 wurde das menschliche
Genom
entschlüsselt, also die Gesamtheit der Erbanlagen des Menschen.
Gentechnik
gilt als Zukunftswissenschaft, die etwa krankheitsresistente Getreidesorten oder neue Medikamenten durch
Genmanipulation
herstellen kann.
Gen
ist als Bestandteil zahlreicher Wortzusammensetzungen präsent, wie
Genlabor
oder
Gentest
. 1998 wurde beim Bundeskriminalamt eine
Gendatei
für erkennungsdienstliche Zwecke eingerichtet. Gentechnisch veränderte Lebensmittel werden als
Genfood
(
Gen
+ englisch
food
„Nahrung“) bezeichnet.
Die aus der gleichen griechischen Wurzel stammende, in Zusammensetzungen gebräuchliche Nachsilbe
gen
bedeutet „erzeugend“, „bildend“.
Fotogen
ist beispielsweise eine Person, die auf Fotografien gut wirkt.
Kanzerogen
oder
karzinogen
ist ein Stoff, der Krebs erzeugt.
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