Wahrig Herkunftswörterbuch
Binsenweisheit
Für die Binsenweisheit, die „längst bekannte Wahrheit“, gibt es zwei Herleitungen. Die erste hat ihren Ursprung in römischer Zeit: Die lat. Wendung nodum in scirpo quaerere (wörtlich „den Knoten an der Binse suchen“) bedeutete „Schwierigkeiten dort suchen, wo es keine gibt“ und wurde bereits im 16. Jahrhundert in der wörtlichen deutschen Übersetzung oder als einen Knopf an der Binse suchen verwendet. Den Römern galt die allgegenwärtige Binse, die ohne Knoten emporwächst, aufgrund ihres glatten Stängels als „einfache Sache“ – ähnlich einer sattsam bekannten, nicht erwähnenswerten Wahrheit. Die zweite Herleitung der Binsenweisheit als „Geheimnis der Binsen“ legt die griechische Mythologie zugrunde: Apollon und Pan trugen einen Musikerwettstreit aus. Als König Midas seinen Favoriten nennen musste, wählte er Pan. Der gekränkte Apollon ließ Midas daraufhin Eselsohren wachsen, und der so Entstellte bat seinen Friseur, das Geheimnis nicht weiterzuerzählen. Der Friseur aber vertraute es einem Loch im Boden an, die Binsen hörten alles mit – und trugen es weiter.
Wissenschaft
Fischfang als Wegbereiter für die Maya?
In Mittelamerika lebten schon vor tausenden Jahren Jäger und Sammler. Offenbar waren diese Menschen auch versierte Fischer, wie ein neuer Fund nun nahelegt. In einem artenreichen Feuchtgebiet in Belize haben Anthropologen Überreste eines ausgedehnten Grabensystems entdeckt, das bereits vor rund 4000 Jahren dem Fischfang diente....
Wissenschaft
Faktorfischen
Früher wimmelte es in der Bioforschung nur so von „Faktoren“, weil vielfach nach folgendem Prinzip experimentiert wurde: Man stellte Extrakte von irgendetwas her, gab sie zu Zellen, Geweben oder Organismen – und plötzlich machten diese etwas, das sie ohne Extrakt nicht getan hatten. Ergo: In dem kruden Extrakt verbirgt sich...