Wahrig Herkunftswörterbuch

Denkzettel

1.
Erinnerungszeichen
2.
Strafe
das zusammengesetzte Substantiv ist erstmals im 15. Jh. in der Rechtssprache bezeugt; denccedel bedeutete hier in etwa „Urkunde, Schriftstück“; Luther gebrauchte den Ausdruck als Lehnübersetzung zu
griech.
phylaktérion „jüdischer Gebetsriemen als Erinnerung an Gesetzessprüche“, daher die heutige Bedeutung „Merkzeichen“; die Verwendung im Sinne von „Strafe“ geht wohl auf das 16. Jh. zurück, in dem Schülern ein Zettel mit ihren Regelverstößen angehängt wurde
[Info]
Denkzettel
Nicht gar so harmlos, wie es scheint, verhält es sich sprachhistorisch betrachtet mit dem Wort Denkzettel, das nicht nur einen Zettel bezeichnete, der der Erinnerung diente, sondern Teil eines demütigenden Strafrituals an jesuitischen Klosterschulen darstellte. Wer dort gegen die Regeln verstieß, der musste zur Erinnerung an sein Vergehen tagelang einen sogenannten Denkzettel am Körper tragen, auf dem die Tat für alle lesbar stand. Nicht selten wurde er zudem durchgeprügelt. In der Redensart jemandem einen Denkzettel verpassen „jemanden so strafen, dass er über sein Vergehen nachdenkt“ klingt dies heute noch an. Seinen Ursprung hat der Denkzettel jedoch in der Rechtssprache (im Niederländischen lautete die Schreibung gedenkcedel): Zu Zeiten der Hanse (im 15. Jh.) wurde als denccedel eine „schriftliche Vorladung“ bezeichnet, aus der mit der Zeit ein Schriftstück bzw. eine Mitteilung in schriftlicher Form wurde. Im 16. Jh. verwendete man Denkzädel bereits in der Bedeutung „Notizbuch“, und auch Sendboten, denen wichtige Mitteilungen anvertraut waren, gab man einen Denkzettel zur Erinnerung mit auf den Weg.
Universum, Sterne
Wissenschaft

Geisterbilder am Himmel

Vexierspiele der Schwerkraft – von ultradichten Sternruinen bis zu gigantischen Galaxienhaufen. von RÜDIGER VAAS Täuschungen kommen vom Himmel, Irrtümer von uns selbst“, notierte der französische Aphoristiker und Essayist Joseph Joubert einmal. Damals, vor mehr als zwei Jahrhunderten, konnte er noch nichts vom Gravitationslinsen-...

Stempel mit umgedrehter Aufschrift
Wissenschaft

Kranke duften anders

Warum viele Krankheiten einen charakteristischen Duft haben, erklärt Dr. med. Jürgen Brater. Vor ein paar Jahren ging eine erstaunliche Meldung durch die Presse: Eine Frau in Schottland hatte gerochen, dass ihr Mann krank war. Und zwar lange bevor er selbst an sich etwas Ungewöhnliches entdeckt oder irgendwelche Symptome gezeigt...

Weitere Artikel aus dem Kalender

Weitere Artikel aus dem Wahrig Synonymwörterbuch

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Mehr Artikel zu diesem Thema

Weitere Lexikon Artikel

Weitere Artikel aus dem Großes Wörterbuch der deutschen Sprache

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon