Wahrig Herkunftswörterbuch

Hokuspokus

1.
Zauberformel
2.
Täuschung, Blendwerk
♦
das Wort ist aus dem 17. Jh. in den verschiedensten Formen und wechselnder Bedeutung überliefert, z. B. Haccus, Maccus, Baccus (A. Gryphius, 1663, hier einfach eine Glücksformel), Ogos Bogos, Hogges und Pogges, Oxpox „Taschenspielertrick, Zauberei, Spruch des Taschenspielers“, und geht wahrscheinlich auf hax pax max Deus adimax, eine Zauberformel ohne Sinn, zurück; vermutlich wurde sie von fahrenden Schülern erfunden, die zum Scherz gern lateinische oder lateinisch klingende Sprüche verwendeten; nach anderer Deutung soll es aus der verstümmelten lat. Abendmahlsformel Hoc est corpus meum stammen, was jedoch heute für unwahrscheinlich gehalten wird
[Info]
Hokuspokus
Die Herkunft des Wortes, das als Zauberformel verwendet wird, daneben aber auch „Zauberkunststück“ oder „Blendwerk“ bedeutet, ist nicht eindeutig geklärt. Eine Deutung geht davon aus, dass Hokuspokus eine Verballhornung der Einsetzungsworte Christi beim Letzten Abendmahl (hoc est corpus meum „dies ist mein Leib“, vgl. Lukas 22,19) sei, also auf die Verwandlung von Wasser zu Wein anspiele. Der Satiriker Johann Fischart (1546–1590) und der prominente protestantische Gegner der Hexenprozesse, Hermann Witekind (1522–1603, Pseudonym: Augustin Lercheimer) verfassten zur Zeit der Reformation Werke, die eine solche Deutung nahelegen. Wahrscheinlicher jedoch ist die Herleitung des Wortes aus einer unsinnigen pseudolateinischen Zauberformel des 16. Jahrhunderts, hax, pax, max, Deus adimax, die im 14. Jahrhundert bereits in ähnlicher Form als Blutsegen vorkommt. Der Ausdruck hocospocos für „Taschenspieler“ erscheint erstmals in England, wo 1634 ein Lehrbuch für Taschenspieler mit dem Titel Hocus Pocus junior the anatomie of legerdemain verlegt wurde, das 1667 auch auf Deutsch erschien. Aus dem lat. hocus entstand vermutlich auch das engl. Wort hoax „Streich“.
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