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LEXIKON

Allen

Woody, eigentlich Allen Stewart Konigsberg, US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller, * 1. 12. 1935 New York; zunächst Gagschreiber und Komiker in Nachtclubs und TV-Shows; seine Filmkomödien zeichnen sich durch subtilen Humor aus; drehte u. a.: „Machs noch einmal, Sam“ 1971; „Die letzte Nacht des Boris Gruschenko“ 1975; „Der Stadtneurotiker“ 1977; „Manhattan“ 1978; „Stardust Memories“ 1980;
  • Deutscher Titel: Zelig
  • Original-Titel: ZELIG
  • Land: USA
  • Jahr: 1982
  • Regie: Woody Allen
  • Drehbuch: Woody Allen
  • Kamera: Gordon Willis
  • Schauspieler: Woody Allen, Mia Farrow, John Buckwalter
Woody Allens »Zelig« erzählt die Geschichte eines jüdischen Angestellten in den 20er und 30er Jahren, der sich seiner Umgebung und der Gesellschaft soweit anpasst, dass er sogar physische Umwandlungsprozesse mitmacht. Es ist die Biografie eines »menschlichen Chamäleons«. Leonard Zelig (Woody Allen) besitzt keine eigene Identität, er mutiert zum Jazzmusiker, Chinesen, übergewichtigen Mann und zum Psychiater. Diese ungewöhnliche Anpassungsfähigkeit verwirrt die Öffentlichkeit, macht Zelig aber auch zum begehrten Produkt der Unterhaltungsindustrie und zum gefragten Studienobjekt für Wissenschaftler. Erst durch die Begegnung mit der Psychiaterin Dr. Eudora Fletcher (Mia Farrow) findet er zu seinem Ich. Woody Allen verleiht dem zum Teil farbigen Film dokumentarischen Charakter. Im Stil von Wochenschauen und alten Fotos wird Zelig mit Prominenten der Zeit gezeigt.
»Zelig« ist eine beißende Satire auf die medienfixierte Öffentlichkeit und ihre Sensationsgier. Der Konformismus des Protagonisten steht für die durch die Gesellschaft und ihre Anpassungszwänge verursachten Identitätskrisen.
„Zelig“ 1982;
  • Deutscher Titel: Broadway Danny Rose
  • Original-Titel: BROADWAY DANNY ROSE
  • Land: USA
  • Jahr: 1984
  • Regie: Woody Allen
  • Drehbuch: Woody Allen
  • Kamera: Gordon Willis
  • Schauspieler: Woody Allen, Mia Farrow, Nick Apollo Forte, Sandy Baron, Corbett Monica
In ihrem New-Yorker Stammlokal erzählen sich einige Broadway-Komiker Anekdoten aus der guten alten Zeit des Show-Business. Beliebtestes Thema ist »Broadway Danny Rose« (Woody Allen), ein verträumter und liebenswerter Verlierer-Typ, der als Künstleragent vor allem die Erfolglosen betreut. Eines Tages bietet sich ihm die Chance, dem Schnulzensänger Lou Canova (Nick Apollo Forte) zu einem furiosen Come-back zu verhelfen. Als Danny sich um Lous Geliebte Tina (Mia Farrow) kümmert, gerät er durch sie an Mitglieder der Mafia. In der Zwischenzeit hat Lou seinen Auftritt erfolgreich absolviert und einen Vertrag mit einem anderen Manager abgeschlossen. Dem erfolglosen Danny bleibt am Ende immerhin die Liebe zu Tina.
Der Film ist eine liebevolle Hommage an die ewig Erfolglosen des Showgeschäfts. Woody Allen liefert mit »Broadway Danny Rose« eine weitere, gelungene Parodie auf Gangster-, Action- und Liebesfilme.
„Broadway Danny Rose“ 1984;
„The Purple Rose of Cairo“ 1985; „Hannah und ihre Schwestern“ 1986;
„Schatten und Nebel“ 1991;
„Manhattan Murder Mistery“ 1993; „Bullets over Broadway“ 1994; „Celebrity“ 1998; „Schmalspurganoven“ 2000; „Im Bann des Jade Skorpions“ 2001; „Hollywood Ending“ 2002; „Match Point“ 2005; „Cassandras Traum“ 2007; „Vicky Cristina Barcelona“ 2008; schrieb auch Theaterstücke und führte 2008 erstmals Opernregie.
Allan, Woody und Keaton, Diane
Woody Allen und Diane Keaton
Szene aus "Der Stadtneurotiker" mit Woody Allen und Diane Keaton
  • Deutscher Titel: Mach„s noch einmal, Sam
  • Original-Titel: PLAY IT AGAIN SAM
  • Land: USA
  • Jahr: 1971
  • Regie: Herbert Ross
  • Drehbuch: Woody Allen, nach seinem Theaterstück
  • Kamera: Owen Roizman
  • Schauspieler: Woody Allen, Diane Keaton, Tony Roberts
Mit Woody Allen in der Rolle des mit Minderwertigkeitskomplexen beladenen Intellektuellen gelingt Herbert Ross eine köstliche Satire auf den Humphrey-Bogart-Kult.
Das Handeln und Denken des Filmkritikers Allan Felix ist auf eine einzige Frage ausgerichtet: Wie würde Bogart reagieren? Speziell in Bezug auf Frauen zieht Felix diese Überlegung oft zur Lösung eines Problems heran. Bis er den Mut findet, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen, endet so manche praktische Anwendung der Bogart-Devisen im Desaster.
  • Deutscher Titel: Der Stadtneurotiker
  • Original-Titel: ANNIE HALL
  • Land: USA
  • Jahr: 1977
  • Regie: Woody Allen
  • Drehbuch: Woody Allen, Marshall Brickman
  • Kamera: Gordon Willis
  • Schauspieler: Woody Allen, Diane Keaton, Tony Roberts, Carol Kane
  • Auszeichnungen: Oscars 1978 für Film, Regie, Drehbuch, Hauptdarstellerin (Diane Keaton)
Mit Alvy Singer betritt eine Figur die Leinwand, der Woody Allen in vielen seiner folgenden Filme treu bleiben wird: »Der Stadtneurotiker«.
Alvy Singer (Woody Allen) lebt in New York, ist 42 Jahre und erfolgreicher Komiker im Fernsehen. In seinem Privatleben jedoch herrscht Chaos gerade erst hat ihn seine Freundin Annie Hall (Diane Keaton) verlassen. In Rückblenden erinnert sich Alvy an seine große Liebe und sucht Gründe für ihr Scheitern, speziell in seiner trüben Kindheit und in seinen komplizierten Frauen-Beziehungen. Dabei wendet sich Allen als Alvy häufig direkt an die Zuschauer und erzählt mit Ironie und bissigem Wortwitz vom Elend der Intellektuellen, das in dem Satz mündet: »Man kann als Intellektueller absolut brillant sein, ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben.«
Der kauzige, melancholische und depressive Intellektuelle, der im Dschungel von Manhattan hemmungslos seine Macken kultiviert, ist das Alter ego des Regisseurs: Nach den Albereien, dem Slapstick und der Parodie seiner frühen Filme ist Allen endlich bei sich selbst angekommen. Autobiografische Elemente aus seiner Kindheit als Sohn jüdischer Kleinbürger in Brooklyn finden sich ebenso wieder wie seine langjährigen Erfahrungen mit der Psychoanalyse und seine Erlebnisse als Entertainer.
»Der Stadtneurotiker« wird überraschend mit vier Oscars ausgezeichnet. Doch bei der 50. Verleihung des Academy Award glänzt Allen, der nie ein Hehl aus seiner Verachtung für Hollywood gemacht hat, durch Abwesenheit. Mit Einnahmen in Höhe von 25 Mio. US-Dollar ist der Film Allens kommerziell erfolgreichstes Werk.
  • Deutscher Titel: Manhattan
  • Original-Titel: MANHATTAN
  • Land: USA
  • Jahr: 1978
  • Regie: Woody Allen
  • Drehbuch: Woody Allen, Marshall Brickman
  • Kamera: Gordon Willis
  • Schauspieler: Woody Allen, Diane Keaton, Michael Murphy, Mariel Hemingway
  • Auszeichnungen: César 1979 für ausländischen Film
Thematisch knüpft Woody Allen an den »Stadtneurotiker« (1977) an, formal aber geht er andere Wege: »Manhattan«, eine melancholische Liebeserklärung an seine Heimatstadt New York, besticht durch die Schwarzweißfotografie im Breitwandformat und den Gershwin-Sound, der den heiter-wehmütigen Unterton vermittelt.
Woody Allen selbst spielt den Fernsehregisseur Ike, der sich nicht recht für eine seiner Beziehungen entscheiden kann, weil er bei keiner der Frauen wahre Erfüllung findet. Den desolaten Liebesverhältnissen entspricht das Lebensgefühl der New-Yorker Intellektuellen: Kulturzerfall, Einsamkeit, Kommunikationsprobleme und Neurosen bestimmen die Situation.
  • Deutscher Titel: Stardust Memories
  • Original-Titel: STARDUST MEMORIES
  • Land: USA
  • Jahr: 1980
  • Regie: Woody Allen
  • Drehbuch: Woody Allen
  • Kamera: Gordon Willis
  • Schauspieler: Woody Allen, Charlotte Rampling, Jessica Harper
Der gefeierte Drehbuchautor, Filmkomiker und Regisseur Sandy Bates (Woody Allen) nimmt nur widerwillig an einer Retrospektive seiner Filme teil. Dabei muss er sich einer Meute aus Kritikern, Schmarotzern und penetranten Zuschauern erwehren. Bates steckt in einer tiefen Krise. Er ist verzweifelt, weil Produzenten und Publikum weiterhin von ihm erwarten, dass er komödiantische Filme dreht, wozu er sich aber angesichts des menschlichen Leids nicht mehr im Stande sieht.
Über weite Strecken spielt sich der Film im Kopf des Regisseurs ab, was zu gespenstischen und nahezu kafkaesken Sequenzen führt. »Stardust Memories« ist ein pessimistischer Film mit klaren autobiografischen Züge. Die Dramaturgie lässt aber durchaus Raum für komische Elemente.
  • Deutscher Titel: The Purple Rose of Cairo
  • Original-Titel: THE PURPLE ROSE OF CAIRO
  • Land: USA
  • Jahr: 1985
  • Regie: Woody Allen
  • Drehbuch: Woody Allen
  • Kamera: Gordon Willis
  • Schauspieler: Mia Farrow, Jeff Daniels
»The Purple Rose of Cairo« ist eine melancholische Liebesererklärung an das Kino, in der sich Illusion und Realität als »Film-im-Film«-Variation vermischen.
In den 30er Jahren arbeitet Cecilia (Mia Farrow) als Serviererin in einem Schnellimbiss. Zu Hause erwartet sie ihr arbeitsloser, gewalttätiger Ehemann, und so flüchtet sie sich Abend für Abend in die Traumwelt des Kinofilms.
Als sie sich an einem Tag zum fünften Mal hintereinander ihren Lieblingsfilm »The Purple Rose of Cairo« ansieht, geschieht etwas Unerwartetes: Hauptdarsteller Tom Baxter (Jeff Daniels) steigt aus dem Film heraus, gesteht seiner treuesten Verehrerin seine Liebe und verlässt mit ihr das Kino. Die auf der Leinwand zurückbleibenden Schauspieler werden nervös, da ohne den Helden nicht weitergespielt werden kann. So beginnen sie, über ihren Wert nachzudenken. Auch die Produzenten sind unruhig, denn Filmfiguren mit Eigenleben bedrohen das Geschäft.
Woody Allen präsentiert eine hervorragend besetzte, im wahrsten Sinn des Wortes doppelbödige Tragikomödie, die zugleich auch eine Reflexion über den Film ist.
  • Deutscher Titel: Bullets over Broadway
  • Original-Titel: BULLETS OVER BROADWAY
  • Land: USA
  • Jahr: 1995
  • Regie: Woody Allen
  • Drehbuch: Woody Allen, Douglas McGrath
  • Kamera: Carlo Di Palma
  • Schauspieler: John Cusack, Dianne Wiest, Chazz Palminteri, Jack Warden
New York in den 20er Jahren: Ein unbegabter Theaterautor lässt sein neues Stück von einem Gangsterboss finanzieren. Dessen Bedingung ist, dass seine Geliebte eine Hauptrolle in dem Stück bekommt. Der Leibwächter der Dame, der anfangs gelangweilt den Proben beiwohnt, erweist sich schließlich als der begabtere Dramatiker: Mit seinen Verbesserungsvorschlägen haucht er dem Stück erst Leben ein. Regisseur Woody Allen gelingt es, den unmöglich erscheinenden Plot von »Bullets over Broadway« witzig und seelenvoll zu inszenieren, wobei seine Darsteller, u. a. John Cusack, Dianne Wiest und Chazz Palminteri, das ihrige zur Wirkung des Films beitragen.
  • Deutscher Titel: Celebrity
  • Original-Titel: CELEBRETY
  • Land: USA
  • Jahr: 1998
  • Regie: Woody Allen
  • Drehbuch: Woody Allen
  • Kamera: Sven Nykvist
  • Schauspieler: Kenneth Branagh, Charlize Theron, Melanie Griffith, Winona Ryder, Leonardo DiCaprio, Hank Azaria, Judy Davis, Joe Mantegna
Die Auswüchse der modernen Mediengesellschaft, Thema in aktuellen Filmen wie »The Truman Show«, »Late Show« und »Pleasantville«, nimmt sich Woody Allen auf die witzigste und bösartigste Weise vor, wenn er Kenneth Branagh als Klatschreporter in die Welt der Berühmten, Schönen und Ausgeflippten schickt. Das sind die Medienstars, die in dem Film sich selbst verkörpern: Charlize Theron das Model, Melanie Griffith, Winona Ryder und Leonardo DiCaprio die Riege der Schauspieler; dazu kommen Fernsehprediger, Spitzensportler und die alltäglichen Gäste der Nachmittags- und Abend-Talkshows. Wie einst Marcello Mastroianni in Federico Fellinis »La Dolce Vita« tummelt sich nun Branagh in Szenelokalen und Luxushotels, auf Galapremieren und am Laufsteg der Modedesigner. Allen entfacht wieder ein Feuerwerk an Witzen über die neuesten Ereignisse im politischen und kulturellen Leben, die Kritik bemängelt allerdings, dass der Regisseur gelegentlich in Routine erstarre und vielleicht die Rolle des Klatschreporters selbst hätte übernehmen sollen.
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