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LEXIKON

Daosmus

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dau-
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Taoismus
ursprünglich nur die chinesische philosophische Schule (Dao-chia), später auch die religiöse Richtung einer Volksreligion (Dao-chiao), für die beide der Begriff des Dao („Weg“) im Mittelpunkt steht.
Als Begründer des philosophischen Daoismus wird Lao Zi (6. Jahrhundert v. Chr.) angesehen. Der Begriff Dao ist jedoch wesentlich älter. Das Dao-De-Jing lehrt, dass die Wirklichkeit trotz ihrer Vielfalt einem geheimnisvollen Ganzen entspringt. In dieser Urwirklichkeit lösen sich die antithetischen Prinzipien Yin und Yang, d. h. das Weibliche und Männliche, Wahre und Falsche, Gut und Böse, wieder in eins auf. Der Weise, der sich in mystischer Schau mit dem Dao vereinigt, vermag Unsterblichkeit zu erlangen. Als Leitlinie des menschlichen Strebens nach solcher Art von Vollkommenheit dient das De (Lebensart, Tugend), worin man den individuellen Anteil des Menschen am Dao, also eine Art inneres Gesetz, zu verstehen hat. Aufgabe des Weisen kann es nicht sein, willkürliche Veränderungen herbeizuführen, sondern als passiver Beobachter dem Zusammenspiel der verschiedenen Kräfte seinen Lauf zu lassen. Diese quietistische Haltung wird mit dem Begriff Wu Wei bezeichnet, der wörtlich „ohne Tun“ bedeutet, jedoch das nicht absichtsvolle Handeln im Einklang mit den Naturgesetzen meint.
Die Anfänge der daoistischen Kunst liegen noch immer im Dunkel der Jahrhunderte um Christi Geburt, aus deren Zeit vornehmlich Grabbeigaben stammen. Der Zeit des 2. Jahrhunderts n. Chr. gehören die frühesten daoistischen Kultfiguren des vergöttlichten Lao Zi und der legendären Herrscher über die Paradiese der Unsterblichen auf den Inseln des Meeres im Osten und auf den Bergen im Westen an. Einen Höhepunkt erreichte die von der daoistischen Lehre beeinflusste chinesische Kunst in der Landschaftsmalerei, bei der es seit der Zeit des 1. Jahrtausends n. Chr. weniger auf die Wiedergabe bestimmter Einzelheiten als auf die Essenz einer Landschaft ankommt. Einige der größten Maler Chinas waren daoistische Mönche. Starke Impulse von der daoistischen Lehre empfing auch die Gartenkunst Chinas. Zu den frühesten Gottheiten, die in den daoistischen Tempelbildern dargestellt und verehrt wurden, zählen vergöttlichte Naturgewalten, wie u. a. die Götter des Windes, des Blitzes und die Göttin der Morgenröte, sowie jene Eremiten, die durch Einnahme von Drogen und durch eine bestimmte Lebensweise in Vereinigung mit dem Dao unsterblich wurden (Ba Xian, „Acht Unsterbliche“).
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