Lexikon
Horváth
[ˈhɔrva:t]
Ödön von, österreichischer Dramatiker, * 9. 12. 1901 Fiume (Rijeka), † 1. 6. 1938 Paris; 1938 emigriert; zeigte in seinen oft bitteren Volksstücken und Komödien das Verlogene und Klischeehafte im rührseligen Idyll kleiner Leute: „Geschichten aus dem Wienerwald“ 1931; „Glaube, Liebe, Hoffnung“ 1936; „Figaro lässt sich scheiden“ 1937; Romane: „Der ewige Spießer“ 1930; „Ein Kind unserer Zeit“ 1938.
- Erscheinungsjahr: 1931
- Veröffentlicht: Österreich
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Geschichten aus dem Wiener Wald
- Genre: Volksstück in drei Akten
Mit dem Kleistpreis ausgezeichnet wird Ödön von Horváth (* 1901, † 1938) für das sozialkritische Volksstück »Geschichten aus dem Wiener Wald«, das am 2. November am Deutschen Theater in Berlin uraufgeführt wird. Erzählt wird die Leidensgeschichte eines unerfahrenen Mädchens, Marianne, das vom Geliebten ein Kind bekommt, von den Eltern verstoßen wird und sozial immer tiefer sinkt, bis sie wegen Diebstahls im Gefängnis landet.
- Erscheinungsjahr: 1936
- Veröffentlicht: Deutsches Reich
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Glaube Liebe Hoffnung
- Genre: Ein kleiner Totentanz in fünf Bildern
Als »gigantischen Kampf zwischen Individuum und Gesellschaft« versteht der 1934 aus dem Deutschen Reich nach Österreich emigrierte Dramatiker und Erzähler Ödön von Horváth (* 1901, † 1938) sein im Untertitel als »kleiner Totentanz« bezeichnetes Drama »Glaube Liebe Hoffnung«, das am 13. November in Wien im »Theater für 49 am Schottentor« unter dem Titel »Liebe, Pflicht und Hoffnung« uraufgeführt wird. Ein während wirtschaftlich schlechter Zeiten auf Abwege geratenes junges Mädchen wird durch die Feigheit und Engherzigkeit ihrer Mitmenschen in den Tod getrieben.
- Erscheinungsjahr: 1930
- Veröffentlicht: Österreich
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Der ewige Spießer
- Genre: Erbaulicher Roman in drei Teilen
Beim Propyläen-Verlag in Berlin erscheint der ironisch als »erbaulich« bezeichnete Roman »Der ewige Spießer« von Ödön von Horváth (* 1901, † 1938). Ziel der Kritik Horváths sind Angehörige des nach dem Ersten Weltkrieg entstandenen »neuen Mittelstands«, Typen, die durch Dummheit, Egoismus, Habgier, Amoralität, Unterwürfigkeit und politische Kurzsichtigkeit charakterisiert werden. Ihre Sprache ist ein oft mundartlich gefärbter, von Phrasen und nichts sagenden Floskeln strotzender »Bildungsjargon«. Dabei bedient sich Horváth im ersten Teil der Form des Reiseromans, um möglichst viele dieser Typen zu beschreiben. Im zweiten und dritten Teil wird das Schicksal einer Arbeitslosen geschildert, die zur Prostituierten wird, aber dank eines Verehrers die konfliktlose Rückkehr ins bürgerliche Dasein schafft.
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