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LEXIKON

Karl der Kühne verärgert den Kaiser

Karl der Kühne verärgert den Kaiser
Bei ihrem Treffen in Trier 1473 bietet Kaiser Friedrich III. Herzog Karl dem Kühnen von Burgund einen Königstitel an, doch es kommt wegen einer Verpfändung zum Streit. Das deutsch-burgundische Bündnis scheitert endgültig:

Herzog Karl entfaltete bei dem Empfang des Kaisers in Trier eine unerhörte Pracht. Auch ein Turnier fand statt. Als auf jeder Seite sich vierzehn Ritter gegenüberstanden, ließ der Herzog all sein grobes Geschütz abschießen, dann bliesen die Trompeter, da stießen die Ritter alle mit den Spießen zusammen. Als die verstochen waren, zogen sie die Schwerter und schlugen aufeinander, als ob sie im Felde wären, bis die Grießwarten und die Stänger dazwischen liefen und die Kämpfenden trennten. Herzog Karl lud dann den Kaiser und die Fürsten zu einem herrlichen Mahl ... Danach ward durch den Kaiser, die Kurfürsten, Fürsten und anderen Stände des Reiches einmütig beschlossen, den Herzog Karl von Burgund mit Friesland zu belehnen; das war unmittelbar dem Reich unterworfen, war aber in achthundert Jahren nie gehorsam gewesen, Karl sollte nun zum König von Friesland gekrönt werden und es bezwingen ... Nun hatte Herzog Sigismund von Österreich dem Herrn Herzog Karl Breisgau und Sundgau um 52 000 Gulden versetzt, der Kaiser begehrte die Länder einzulösen, aber der Herzog wollte das keinesfalls tun. Darüber wurden die Abmachungen zunichte, die kaiserliche Majestät wurde so zornig, dass sie das Schiff bestieg und die Mosel hinab nach Koblenz fuhr."

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