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LEXIKON

Kreiselkompass

Kreiselkompass
Kreiselkompass
Aufbau
Kreiselkompass
Kreiselkompass
Wirkungsschema
1908 von H. Anschütz-Kaempfe (* 1872,  1931) gebauter und seither noch verbesserter Kompass; im Prinzip ein schnell rotierender Kreisel, der so aufgehängt ist, dass sein Schwerpunkt unter dem Aufhängepunkt liegt und die Rotationsachse horizontal verläuft. Zeigt sie z. B. am Äquator (oder einer anderen Breite) in Ost-West-Richtung, so ist der Kreiselkompass infolge seiner Rotation bestrebt, diese Richtung beizubehalten. Gegenüber dem „sich drehenden Horizont“ der Erde müsste sich das westliche Ende der Achse senken und das östliche heben. Da der Kreiselkompass aber die Drehung des Horizonts infolge seiner festen Aufhängung mitmachen muss, ergeben sich entsprechende Gegenkräfte an der Kreiselkompassachse. Dies führt zu einem Drehmoment, das die Kreiselkompassachse genau in die Nord-Süd-Richtung überführt; die Achse behält diese Richtung auch bei. In der Nähe der Pole versagt der Kreiselkompass allerdings. Bei der technischen Ausführung ist der Kreiselkompass als Kurzschlussläufer eines Drehstrommotors mit über 20 000 Umdrehungen pro Minute ausgebildet; er wird getragen von einem Schwimmkörper, der sich in einem mit Quecksilber gefüllten Kessel befindet. Eine Kompassrose ist mit dem Schwimmer fest verbunden und macht so jede Bewegung mit. Störungen durch Schlingerbewegungen werden durch Einbau mehrerer Kreisel verhindert. Beim künstlichen Horizont (Flugzeug) wird ein Kreiselkompass benutzt, dessen Achse vertikal steht und der bei Neigungen des Flugzeugs die wahre Horizontlinie anzeigt.
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