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LEXIKON

Kristllnacht

Reichskristallnacht
verharmlosende Bezeichnung (deshalb heute vielfach Pogromnacht, Reichspogromnacht oder Novemberpogrom) für die Nacht vom 9. auf den 10. 11. 1938, in der in Deutschland im Rahmen eines nationalsozialistischen antisemitischen Massenpogroms jüdische Geschäfte und Wohnungen zerstört und geplündert wurden. Als Anlass diente der Mord an dem deutschen Botschaftssekretär E. vom Rath in Paris durch den Juden H. Grynszpan am 9. 11. 1938. J. Goebbels hetzte mit Wissen und Billigung Hitlers in einer Rede die SA- und Parteiführer so auf, dass diese ihren Einheiten Ausschreitungen im ganzen Reichsgebiet befahlen. 250 Synagogen wurden in Brand gesteckt, 91 jüdische Bürger ermordet und mehr als 25 000 Juden in Konzentrationslager verschleppt. Unter H. Görings Vorsitz fand am 12. 11. 1938 eine Funktionärssitzung statt, in der man unter Berufung auf den angeblichen „Volkszorn“ weitere Maßnahmen gegen die jüdische Bevölkerung beschloss (Judenverfolgung). Mit der Kristallnacht begann die radikale Phase der antijüdischen Politik des NS-Regimes.
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