Lexikon

Marendichtung

zu Ehren der Mutter Christi verfasste liturgische Lieder (Hymnen, Sequenzen), Erbauungsbücher, Spiele oder Legenden; zunächst (9./10. Jahrhundert) nur lateinisch (Hrabanus Maurus, Notker Balbulus, Hrotsvith von Gandersheim), seit dem 12. Jahrhundert auch in deutscher Sprache, besonders von den Anhängern der cluniazensischen Reform getragen; sie wurde früh mit mystischen Zügen verklärt; dann auch Thema für höfische Spruchdichter (Reinmar von Zweter) und für den Meistersang (Frauenlob, H. Folz). Die von den Klöstern gepflegten Marienklagen (die Mutter Christi unter dem Kreuz) bildeten ein Element des religiösen Kirchenraumspiels. Die Reformation drängte die Mariendichtung zurück, sie lebte aber wieder auf bei den Romantikern (C. Brentanos, Novalis). Ein neuromantischer artistischer Nachklang ist R. M. Rilkes „Marienleben“ 1913.
Symbolbild für Bakterien
Wissenschaft

Warum die Erreger der Pest wiederholt ausstarben

Das Pestbakterium Yersinia pestis hat in den letzten Jahrtausenden immer wieder große Teile der Menschheit getötet. Möglich machte das offenbar ein einziges Gen im Erbgut des Pesterregers, mit dem sich die verschiedenen Stämme des Bakteriums über viele Jahrhunderte hinweg anpassen und überleben konnten, wie Forschende...

Supraleiter, Chrom
Wissenschaft

Neue Wege ohne Widerstand

Die Supraleiterforschung macht ihre größten Fortschritte abseits der großen Ankündigungen. So ist es erstmals gelungen, eine supraleitende Diode mit umkehrbarem Vorzeichen zu entwickeln, und exotische Supraleiter lassen sich nun Atom für Atom zusammensetzen. von DIRK EIDEMÜLLER Supraleiter gehören zu den faszinierendsten...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon