Lexikon

Brentno

Brentano, Clemens
Clemens Brentano
Clemens, deutscher Dichter, * 9. 9. 1778 Ehrenbreitstein (heute zu Koblenz),  28. 7. 1842 Aschaffenburg; Sohn eines aus Italien stammenden Kaufmanns und der Maximiliane Brentano, Bruder von Bettina von Arnim; einer der führenden Dichter der Romantik; 1798 Studium in Jena, wo er zum Kreis der Frühromantiker um L. Schlegel u. L. Tieck gehörte, Entstehung des Romans „Godwi“ (1801); 1803 Heirat mit Sophie Mereau. 18041808 in Heidelberg, Freundschaft mit J. von Görres und A. von Arnim, mit dem zusammen er die Volksliedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“ (18061808) herausgab; 18091818 meist in Berlin, hier u. a. Mitarbeit an den „Berliner Abendblättern“ H. von Kleists; dazwischen 18131814 in Wien, wo er fast ausschließlich für das Theater arbeitete; 1817 konvertierte er unter dem Einfluss L. Hensels zum katholischen Glauben und führte 18181824 in Dülmen eine Lebensgemeinschaft mit der stigmatisierten Nonne A. K. Emmerick, deren mystische Visionen er aufzeichnete; danach erneut zahlreiche wechselnde Aufenthaltsorte, 18331842 in München.
Von besonderer Bedeutung ist Brentanos Lyrik; seine sprachvirtuosen und von großer emotionaler Ausdruckskraft geprägten Gedichte folgen zunächst der frühromantischen Dichtungstheorie (bis ca. 1804); u. a. schuf Brentano in dieser Zeit mit dem Lied von der „Loreley“ (1800) einen volkspoetischen Mythos. Sein nachfolgendes lyrisches Werk ist vor allem von einer Sinnkrise und der Suche nach religiöser und weltlicher Orientierung geprägt („Romanzen vom Rosenkranz“); die späte Lyrik (ab 1834) zeigt erneut frühromantische Züge. Auch seine Erzählungen und Märchen besitzen eine stark lyrische Prägung und sind wie die Dramen von einem großen Interesse an volkstümlichen literarischen Stoffen und historischen Quellen bestimmt (u. a. „Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl“ 1817; „Aus der Chronika eines fahrenden Schülers“ 1818; „Gockel, Hinkel und Gackeleia“ 1838; Lustspiel „Ponce de Leon“ 1804; historisches Schauspiel „Die Gründung Prags“ 1815).
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