Lexikon
Nomadịsmus
[
Wanderhirtentumgriechisch
]eine durch die Weidewirtschaft geprägte Wirtschaftsform bei Völkern der Alten Welt (Hirtenvölker), die ohne ständigen Wohnsitz, jedoch mit festumgrenzten Weidegebieten (Stammeseigentum), leicht transportablen Zelten und Viehherden (Einzeleigentum) in jahreszeitlichem Rhythmus umherziehen. Der Futterausgleich für die Tiere kann sowohl zwischen feuchteren Steppen oder Savannen und Randwüsten als auch zwischen winterlichen Niederungsweiden und sommerlichen Hochweiden (Berg-Nomadismus) erfolgen. Der Nomadismus hat sich in Klimaten der Erde entwickelt, in denen Ackerbau nicht möglich ist oder zur Ernährung nicht ausreicht (Steppen und Savannen in Nordafrika, Vorder- und Zentralasien).
Weltwirtschaft: Regionen
Weltwirtschaft: Regionen
© wissenmedia
Man unterscheidet: Vollnomadismus (völlig ohne eigenen Ackerbau, oft in Symbiose mit Feldbauern, wie z. B. Beduinen mit Fellachen) und Halbnomadismus (feste Winterquartiere, bei Abwesenheit betreut von wenigen Wächtern; Wintergetreideanbau). Beteiligt sich nur ein Teil der Gruppe an den Wanderungen, während der andere Teil in festen Siedlungen lebt, spricht man von Teilnomadismus. Eine Sonderform ist der Berg-Nomadismus (Transhumanz, mit festen Wohnsitzen und Winterweide im Tal, ohne Stallung, Sommerweide auf Bergen; in Südosteuropa, Nordafrika, Innerasien), Weiterentwicklung zur Almwirtschaft (mit Winterstallung im Tal; in Westasien, Nordafrika, Westeuropa).
Der Nomadismus hat sich zu Beginn der Bronzezeit im europäisch-asiatischen Raum aus der Anbauwirtschaft mit Viehhaltung über die Transhumanz und den Halbnomadismus entwickelt, nicht, wie früher angenommen, direkt aus dem Jägertum. Seit dem Bedeutungsrückgang von Tieren als Transportmittel und den Bestrebungen vieler Regierungen, Nomaden sesshaft zu machen, setzte ein starker Rückgang in der Haltung von Transporttieren (z. B. Kamele) zu Gunsten einer Zunahme der Schafhaltung (Wollproduktion) und der Spezialisierung auf den Handel ein. Die Ansiedlungsbemühungen für Nomaden sind umstritten, da auch heute weite Grasländer der Erde nur in nomadisierender Wirtschaftsweise genutzt werden können.
Wissenschaft
Wie die Städte leiser werden
Die Lärmbelastung in Städten kostet ihre Bewohner Lebenszeit. Doch weltweit tüfteln Forscher an unterschiedlichen Lösungen gegen den Krach. von MARTIN ANGLER Die Rue D’Avron ist eine von vielen Nebenstraßen in der Pariser Innenstadt, nur einen Steinwurf vom berühmten Père-Lachaise-Friedhof entfernt, auf dem Édith Piaf und Jim...
Wissenschaft
Weniger vergessen
Das Alzheimermedikament Lecanemab ist ein Hoffnungsträger. Was es leisten kann – und warum es vor der Therapie auf eine frühzeitige Diagnose ankommt. von TIM SCHRÖDER Lutz Frölich hat jeden Donnerstag Sprechstunde. Alle haben dieselbe Frage, wenn sie Platz genommen haben: Habe ich jetzt Alzheimer oder nicht? „Viele Menschen, die...
Weitere Lexikon Artikel
Weitere Artikel aus dem Wahrig Fremdwörterlexikon
Weitere Artikel auf wissenschaft.de
Es werde Licht!
News der Woche 17.10.2025
Mehr als Bikinimedizin
Aufbläh-Fortbewegung entdeckt
Wie die Erde ihren Mond bekam
Draußen-Zeit kann Kurzsichtigkeit vorbeugen