Lexikon
Reblaus
Viteus vitifoliischädliche Pflanzenlaus aus der Familie der Blattläuse, wurde um 1860 von Amerika nach Europa eingeschleppt; Länge etwa 1 mm. Aus dem unter der Weinstockrinde abgelegten Ei schlüpfen im Frühjahr flügellose Rebläuse, die stammaufwärts zu den Blättern wandern und dort als Gallenläuse leben. Diese vermehren sich durch Jungfernzeugung. Dabei entstehen teils wiederum Gallenläuse, teils nach unten wandernde Individuen (Wurzelläuse), die an den Wurzeln die Nodositäten (Knollen) erzeugen, sich ebenfalls wieder generationenlang durch Jungfernzeugung vermehren und auch hier überwintern können. Im Herbst erzeugen die Wurzelläuse geflügelte Formen, die an den Blattunterseiten 2 Arten von Eiern ablegen; große, die die ungeflügelten Weibchen, und kleine, die die ungeflügelten Männchen hervorbringen. Die Weibchen legen je ein befruchtetes Ei unter der Rinde ab, das überwintert. In Europa läuft meist nur die Vermehrung durch die Wurzelläuse der Reblaus ab, während der volle Zyklus sich nur in den amerikanischen Weingebieten vollzieht. Die befallenen Rebenstöcke sterben ab.
Wissenschaft
Saugen und stechen
Manche Insekten haben es auf Pflanzensäfte abgesehen, andere bevorzugen Blutmahlzeiten. Forscher nutzen hochauflösende Kameras, um die filigranen Mundwerkzeuge zu untersuchen. von TIM SCHRÖDER An einem Januartag im Jahr 1862 überreicht ein Bote dem Naturforscher Charles Darwin eine kleine Kiste. Sie ist randvoll gefüllt mit...
Wissenschaft
Neandertaler-Linie war 50.000 Jahre isoliert
In der Endzeit der Neandertaler gab es in Europa offenbar mindestens zwei genetisch voneinander getrennte Linien. Das legen DNA- und Isotopen-Analysen eines Neandertalers nahe, der 2015 in der Grotte Mandrin in Frankreich entdeckt wurde. Das Individuum, dem die Forschenden den Spitznamen „Thorin“ gaben, lebte demnach vor etwa 42....