Lexikon
Blattläuse
AphidoideaLäuse
Läuse
Blattläuse sind in Wirklichkeit nur 2-3 mm groß.
© wissenmedia/Rita Reiser
Gruppe der Pflanzensauger, bis 3 mm lange, grün, gelb oder schwarz gezeichnete Schnabelkerfe; Weibchen häufig flügellos; Körper oft mit Wachsausscheidungen bedeckt. Die Fortpflanzung ist kompliziert: Im Allgemeinen Generationswechsel zwischen mehreren Generationen von Sommerweibchen, die sich durch Jungfernzeugung vermehren, und Geschlechtstieren im Herbst, die den Winter überdauernde Eier ablegen. Mit dem Generationswechsel ist ein Gestalt- und häufig ein Wirtswechsel verbunden. Blattläuse saugen in Kolonien an Pflanzen; Schädlinge. Zu den Blattläusen gehören Wollläuse, Zwergläuse, Tannenläuse, Baumläuse, Schwarze Bohnenlaus; rund 3000 Arten, davon 830 in Mitteleuropa.
Rosenblattlaus
Rosenblattlaus
Die parthenogenetischen Weibchen der Blattläuse - hier die Rosenblattlaus (Macrosiphon rosae) - gebären lebende Larven, die ebenfalls sogleich an der Pflanze zu saugen beginnen. Typisch für die Familie der Röhrenläuse sind die zwei schwarzen Rückenröhren.
© RCS Libri & Grandi Opere SpA Milano/Il mondo degli animali
Jungfernzeugung: Männer überflüssig
Die Erfindung von Mann und Frau war ein grundlegender Schritt in der Entwicklung der Lebewesen und hat ganz entscheidend zur unüberschaubaren Mannigfaltigkeit der Organismenwelt beigetragen. Durch die Vermischung von männlichem und weiblichem Erbanteil bei der sexuellen Fortpflanzung werden die Karten für das Spiel des Lebens immer wieder neu verteilt, indem immer wieder neue Varianten einer Art entstehen. Doch wichtiger als die Vermischung des Erbgutes kann manchmal eine rasche Vermehrung und damit eine hohe Fortpflanzungsrate sein. Die Zeit raubende Suche nach einem Partner ist in diesem Fall eher hinderlich. So können Blattläuse in Zeiten des Nahrungsüberflusses von der zweigeschlechtlichen auf eine parthenogenetische Fortpflanzung umschalten, bei der sich aus einer unbefruchteten Eizelle ein Embryo entwickelt, ohne dass ein Männchen sein Erbgut eingebracht hätte. Mit dieser Jungfernzeugung, wie sie allgemein genannt wird, können Blattläuse mit hohen Vermehrungsraten viel schneller auf ein reiches Nahrungsangebot reagieren.
In mageren Zeiten verpaaren sich die weiblichen Blattläuse dann wieder ganz normal mit einem Männchen und sorgen so für den genetischen Austausch zwischen den Individuen der eigenen Art.
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