Lexikon

Symbiọse

[
die; griechisch
]
enge Form von Vergesellschaftung zwischen zwei artverschiedenen Organismen, die für beide Partner (Symbionten) nützlich und notwendig ist und zu einem gesetzmäßigen dauernden Zusammenleben führt. Häufig wird der größere Partner als Wirt, der kleinere als Symbiont bezeichnet. Lebt der Symbiont außerhalb des Wirtskörpers, spricht man von Ektosymbiose, lebt er im Körper des Wirts, von Endosymbiose. Die Beispiele für eine Symbiose sind vielfältig: Pilze und Algen bilden zusammen Flechten; Pilze besiedeln die Wurzeln von Samenpflanzen (Mykorrhiza); Knöllchenbakterien leben in Wurzelknöllchen von Schmetterlingsblütlern; chlorophyllhaltige Algen (Zoochlorellen) leben in niederen Tieren; Pflanzenfresser beherbergen Bakterien in ihrem Pansen; Insekten betreiben Pilzzucht; Samenpflanzen brauchen Tiere für die Blütenbestäubung; Ameisenpflanzen leben in Symbiose mit Ameisen; Ameisen wiederum „melken“ Blattläuse; Einsiedlerkrebse leben zu ihrem Schutz mit Aktinien zusammen; Raubfische lassen sich von Putzerfischen pflegen. Die Übergänge zum Parasitismus sind oft fließend. Vergesellschaftung.

Unzertrennliche Lebensgefährten

Viele Einsiedlerkrebse schleppen auf ihren Gehäusen sonderbare Aufbauten mit sich herum. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass es sich hierbei um Seeanemonen handelt. Dies sind jedoch keine Meeresblumen, wie der Name vorgaukeln könnte, sondern festsitzende, nicht zu eigenständiger Bewegung fähige Blumentiere (Aktinien), deren so anmutig sich im Wasser wiegende Tentakelkränze dicht mit mörderischen Nesselkapseln bewehrt sind, die kleinere Beutetiere lähmen können. Aber auch Angreifer werden vom Gift der Nesselkapseln abgewehrt - und hierin liegt der Sinn dieser merkwürdigen Lebensgemeinschaft, zumindest aus der Sicht des Einsiedlerkrebses: Er ist durch die Nesselwirkung seiner Seeanemone bestens vor Feinden geschützt.
Da es sich hier aber um eine echte Symbiose, also eine Lebensgemeinschaft zu beiderseitigem Vorteil handelt, profitiert auch die Seeanemone. Sie, die sonst an einer Stelle festsitzen würde, wird nun vom Einsiedlerkrebs umhergetragen und gewinnt so einen größeren Aktionsradius für ihren Beutefang. Auch fallen von den Einsiedlermahlzeiten Brocken für sie ab.
Bei so glücklichen Lebensverhältnissen verwundert es auch nicht, dass der Einsiedler Pagurus arrosor seine Seeanemone beim Umzug in ein neues Gehäuse sogar mitnimmt: Durch Beklopfen, Streicheln und Zupacken an der Fußscheibe löst er sie vom alten Haus ab und drückt sie sodann vorsichtig an das neue an. Und die Seeanemone Adamsia palliata, die in Gemeinschaft mit dem Einsiedler Eupagurus prideauxi angetroffen wird, sondert eine feste Abscheidung von ihrer Fußscheibe ab, mit der sie ständig die Wohnung des Einsiedlers vergrößert.
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