Lexikon
Knöllchenbakterien
Rhizobium leguminosarum(früher Bacterium radicicola), in Symbiose mit
Schmetterlingsblütlern lebende, Stickstoff bindende Bakterien. Die Infektion
der Wirtspflanzen erfolgt an der jungen Wurzel, deren Rindenzellen durch die
eingedrungenen Knöllchenbakterien zu lebhafter Teilung veranlasst werden. Dabei bilden sich
die Knöllchen, in denen sich die Knöllchenbakterien zunächst auf Kosten
der Wirtspflanze mit Kohlenhydraten und Wirkstoffen versorgen. Die notwendigen Stickstoffverbindungen
werden durch die Bindung von Luftstickstoff gewonnen (z. B. 1 ha Lupinen
bindet 200 kg Luftstickstoff). Später verändert sich das Zusammenleben
zwischen der Wirtspflanze und den Knöllchenbakterien zu einem Parasitismus seitens der
Wirtspflanze. Die Knöllchenbakterien werden von der Wirtspflanze verdaut, und der von ihnen
gebundene Stickstoff wird verbraucht. Bei der Gründüngung werden die Wirtspflanzen untergepflügt, um den Stickstoffgehalt
des Bodens zu verbessern. Solche landwirtschaftlich wichtigen Stickstoffsammler
sind: Erbsen, Wicken, Bohnen, Lupinen, Seradella, Luzerne, Esparsette, die
Kleearten, Sojabohnen u. a. Schmetterlingsblütler. Zur Impfung
der Böden mit Knöllchenbakterien stehen Handelspräparate zur
Verfügung. Nitrifikation, Wurzelknöllchen.
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