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Wie die Digitalisierung die Finanzbranche beeinflusst

Das Thema Digitalisierung ist aktuell in aller Munde. Immer wieder wird von Industrie 4.0, der Automatisierung ganzer Branchen, dem Verlust von Arbeitsplätzen und auch von neuen Chancen gesprochen. Was in der Diskussion oft vergessen wird: Auch die Finanzbranche hat großes Digitalisierungspotenzial, welches mittlerweile auch mehr und mehr genutzt wird. Für die Anbieter bedeutet dies oft große Umstellungen und neue Konkurrenz. Verbraucher können davon jedoch in hohem Maße profitieren. Doch wie zeigt sich die Digitalisierung im Finanzbereich und welche Vorteile bringt diese mit sich?

Symbolbild App
Banking per App wirkt heute schon ganz normal - die Digitalisierung hat für Kunden im Finanzbereich viel mehr zu bieten.

Robo-Advisor: Geldanlage automatisiert

Besonders ausgeprägt zeigen sich die Fortschritte bei der Digitalisierung im Bereich der Robo Advisor. Diese bieten Anlegern die Möglichkeit, Geld zu investieren und es vollautomatisiert nach einer vorher gemeinsam entwickelten Strategie anlegen zu lassen. Die Algorithmen führen dabei selbstständig Transaktionen durch, um das Portfolio den jeweiligen Marktgegebenheiten anzupassen. Neben reinen Algorithmen kommen dabei vereinzelt auch schon KI-Elemente zum Einsatz, die mit jeder Entscheidung lernen und immer besser werden. Mittlerweile werden hierzulande bereits ca. 8 Milliarden Euro in entsprechende digitale Optionen investiert. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand:

  • Einstieg oft schon mit kleinen Summen möglich
  • Nur wenig Finanz-Know-how erforderlich
  • Verhältnismäßig geringe Kosten
  • Anlageentscheidungen werden nicht emotional getroffen (Agieren auf Basis von Fakten)
  • Hohe Transparenz

Trotzdem sollten sich Anleger auch bei einem Robo Advisor vorher über dessen Performance in der Vergangenheit informieren. Nicht jeder Anbieter verzeichnet dabei die gleichen Erfolge. Sehr sinnvoll erweist sich dabei die Strategie, die Performance der einzelnen Anbieter mit einem Vergleichsindex wie dem MSCI World oder dem MDAX ins Verhältnis zu setzen. So lässt sich leicht feststellen, wie der jeweilige Robo-Advisor im Vergleich zum Markt abgeschnitten hat.

FinTechs im Kreditbereich: alles digital

Auch der Kreditbereich profitiert von der Digitalisierung. Das Ganze begann bereits sehr früh mit der Möglichkeit, die einzelnen Angebote miteinander zu vergleichen und so die Banken zu finden, die besonders günstige Zinsen zur Verfügung stellen. Mittlerweile hat sich dieses Feld deutlich weiterentwickelt und die Möglichkeiten sind deutlich ausgefeilter geworden:

  1. Kreditvergleiche sind heute detailliert

Wer heute einen Kreditvergleich durchführen möchte, kann bereits vorher verschiedene Filterkriterien nutzen. Neben der Kreditsumme und der gewünschten Laufzeit lässt sich beispielsweise auch der Verwendungszweck angeben. Dies ist vor allem wichtig, wenn Spezialkredite für eine Autofinanzierung oder auch eine Umschuldung infrage kommen. Diese können häufig nämlich zu günstigeren Konditionen vergeben werden als einfache Ratenkredite ohne Zweckbindung. Darüber hinaus bieten die Kreditrechner heute viele weitere Informationen zu Leistungsmerkmalen wie kostenloser Sondertilgung, kostenloser Ablösung oder Ratenpausen. Es war also noch nie so einfach, einen passgenauen Kredit zu möglichst günstigen Konditionen zu erhalten.

  1. Volldigitaler Abschluss sorgt für schnelle Auszahlung

Neben ausgefeilten Kreditrechnern wurde auch die Vergabe entsprechender Kredite weiter digitalisiert. So ist heute für einen Kreditabschluss kein Gang mehr zur Post erforderlich, wie auf Younited-Credit.com erklärt wird. Dabei können alle Kreditunterlagen bequem online eingereicht werden und im Idealfall befindet sich die Kreditsumme bereits 36 Stunden später auf dem Konto des Kreditnehmers. Hier kommen verschiedene digitale Elemente zum Tragen:

  • VideoIdent-Verfahren: Der Kreditnehmer identifiziert sich per Video-Telefonat mit einem Mitarbeiter. Dabei hält er seinen Personalausweis in die Kamera und beweist somit, dass seine Angaben richtig sind.
  • Digitale Signatur: Mittlerweile ist es möglich, einen Kreditvertrag mittels qualifizierter digitaler Signatur zu unterzeichnen. Somit entfällt die Einsendung des händisch unterschriebenen Vertrags per Post, was sonst schnell 1-2 Tage Verzögerung der Bearbeitung mit sich brachte.

Sehr standardisierte Kreditangebote benötigen zudem nicht einmal mehr Unterlagen wie Verdienstbescheinigungen. Die Kreditprüfung erfolgt einfach per digitalem Kontocheck. Hierbei gewährt der Kreditnehmer einmalig Einsicht in seinen Online-Banking-Zugang zu seinem Konto. Per Bot werden die Daten gescannt und daraus eine Kreditentscheidung entwickelt. Diese Variante sorgt dafür, dass potenzielle Kreditnehmer keine Unterlagen mehr einscannen und hochladen oder gar per Post senden müssen. Letztlich wird so die Kreditbearbeitung weiter beschleunigt.

Unter dem Strich zeigt sich hier, dass digitalisierte Abläufe die Kreditvergabe in hohem Maße vereinfachen können und dabei auch noch den gesamten Prozess beschleunigen.

Weitere digitale Entwicklungen im Finanzbereich

Die beiden oben genannten Trends zeigen beispielhaft, wohin die Reise im Finanzbereich geht: Schnelle und bequeme Antragswege sowie automatisierte Ausführung von Transaktionen. Darüber hinaus existieren viele weitere Ansätze, die den Kunden das Leben erleichtern:

  1. Buchhaltung und Konto als Symbiose

Gerade Selbstständige haben oft mit der Buchhaltungspflicht zu kämpfen. Diese Zusatzaufgabe kostet viel Zeit, die eigentlich viel besser im Kerngeschäft investiert wäre. Moderne Geschäftskonten bieten heute jedoch die Möglichkeit, alle Buchungen auf dem Geschäftskonto mit Belegen zu verknüpfen und beides zusammen per Schnittstelle an die eigene Buchhaltungssoftware zu senden. Auf diesem Weg lässt sich viel Arbeit sparen und der Geschäftsalltag deutlich vereinfachen.

  1. Banking per App: Alles im Blick

Unser Smartphone ist heute unser stetiger Begleiter. Dabei erscheint es nur naheliegend, dass Banktransaktionen rund um das eigene Konto sich auch bequem vom Smartphone aus erledigen lassen. Deshalb bieten immer mehr Banken entsprechende Apps mit komfortablen Funktionen an.

  1. Digital bezahlen: Es war noch nie so einfach

Auch der Bereich der Bezahlung wird immer digitaler. Galt noch vor 15 Jahre das Bezahlen per EC-Karte oder Kreditkarte als modern, hat sich dieser Bereich extrem gewandelt. Was mit PayPal begann, wird heute von Apple Pay, Google Pay und Amazon Pay noch weiter ausgefeilt: Bezahlen mit dem Smartphone war heute noch nie so einfach. Doch auch Bankkunden haben es immer einfacher: EC-Karten werden heute mit NFC-Technik ausgestattet, so dass sich mit der Karte kontaktlos zahlen lässt.

Smartphone mit GPay-App
Moderne Zahlungsmethoden sind auf dem Vormarsch und erfreuen sich großer Beliebtheit.

Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen

Die Digitalisierung bietet bereits heute vielfältige Ansätze im Finanzbereich, die Verbrauchern und Bankkunden das Leben erheblich erleichtern. Ob nun Robo-Advisor, unkomplizierte und superschnelle Kreditanträge oder unkompliziertes und schnelles Bezahlen – die Möglichkeiten sind sehr umfangreich. Dabei ist ein Ende der Entwicklungen nicht abzusehen. Es dürfte sehr spannend sein, zu sehen, welche Chancen die Digitalisierung erst in 10 oder 20 Jahren bieten wird.

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