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Chile: Feuer und Eis, Wüste und Hochmoore - ein Land der Kontraste

Kein Land des Kontinent ist länger und schmaler: 4.329 Kilometer von Norden nach Süden und durchschnittlich177 Kilometer breit. Chile vereint geographische und klimatische Extreme. Im Norden erstrecken sich die Hochebene des Altiplano und die Atacama, die trockenste Wüste der Welt und Heimat uralter Indianerkulturen. Im mediterranen Zentrum pulsiert das Leben und im ursprünglichen, wilden Süden warten Vulkane, Wälder, Fjorde und die patagonischen Eisfelder auf Entdecker.

Claudia Haese, H&A medien

Chiles Norden - Altiplano und die Atacama-Wüste

Lagunen und Vulkane, Salzseen und Geysire, fruchtbare Täler und Thermalquellen setzen Akzente in der rauen Landschaft der Altiplano, einer Hochebene inmitten der Andenkordillere. Wie bunte Tupfen liegen Hochandendörfer inmitten der Hochmoore und Feuchtgebiete. Die Aymará-Indianer sind die Ureinwohner dieser Region, Hochlandkirchen aus dem 16. Jahrhundert erinnern zugleich an die spanischen Eroberer.

Die Atacama-Wüste erstreckt sich zwischen der Küstenkordillere und dem Hauptstrang der Anden. Sie gilt als die trockenste Gegend der Welt. Hier wachsen kaum Pflanzen, stattdessen bilden bizarre, ausgewaschene Steine, Sanddünen und buntes Vulkangestein faszinierende Reliefs. Die Atacama-Wüste birgt manchen archäologischen Schatz, der durch die Wüstenhitze konserviert wurde: 7.800 Jahre alte Mumienfunde, Ruinen alter Indianerstätten und Geoglyphen - überdimensionale Scharrbilder an den Wüstenhängen, die hier vor Urzeiten von Indianern in den Fels geritzt wurden.

Die nördlichste Stadt des Landes ist Arica, die "Stadt des ewigen Frühlings". Trotz Trockenheit blühen Hibisken in der ganzen Stadt, denn das Wasser kommt über ein Leitungssystem frisch aus den Anden. Auch San Pedro de Atacama ist eine kleine Oase inmitten der Wüste. Sie liegt auf 2.430 Meter Höhe am Rande eines großen Salzsees. Die Häuser des 1.000-Seelen-Dorfes bestehen lediglich aus Lehm und Kakteenholz. Von hier gelangt man zum Valle de la Luna, einer einzigartigen Mondlandschaft mit bizarren Farben und Gesteinsformen. Besonders beeindruckend sind die blubbernden Fumarolen von El Tatio, mit 4.500 Metern das höchstgelegene Geysirfeld der Welt.

Die unter Denkmalschutz stehenden Geisterstädte "Humberstone" und "Santa Laura" zeugen vom Salpeterboom zur Jahrhundertwende. Die Blütezeit des Salpeterabbaus dauerte bis in die 20er und gab der Stadt Iquique ihr heutiges Gesicht: Prachtvolle Gebäude der europäischen Handelskontore, das Belle-Epoque-Theater und die viktorianischen Holzhäuser an der Plaza Prat. Die Grünflächen sind sogar in europäischer Erde verwurzelt, die als Ballast von den Salpeterschiffen aus der Alten Welt mit gebracht wurde. Eine weitere Attraktion ist die Kupferstadt Chuquicamata, wo der größte Kupfertagebau der Welt betrieben wird. Besichtigungen der Mine führen bis in 700 Meter Tiefe.

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