Lexikon

Reymont

[
ˈrɛj-
]
Władysław Stanisław, polnischer Erzähler, * 7. 5. 1867 Kobiele Wielkie, Bezirk Radom, † 5. 12. 1925 Warschau; erhielt für seinen epischen Roman über das polnische Dorfleben „Die Bauern“ 1904–1909, deutsch 1912, den Literatur-Nobelpreis 1924; schrieb weitere naturalistische Romane.
  • Erscheinungsjahr: 1904
  • Veröffentlicht: Polen
  • Verfasser: Reymont, Wladyslaw Stanislaw
  • Deutscher Titel: Die Bauern
  • Original-Titel: Chlopi
  • Genre: Romanepos
In Warschau erscheinen die ersten beiden Bände des monumentalen Romanepos »Die Bauern« von Wladyslaw Stanislaw Reymont (* 1867, † 1925) in Buchform. Der Vorabdruck in Zeitschriften erfolgt seit 1902. Das vierteilige Romanwerk begründet Reymonts internationales Ansehen als Erzähler und die Verleihung des Literaturnobelpreises im Jahr . Der historische Rahmen ist die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, die Zeit nach der Aufhebung der Leibeigenschaft im geteilten, als selbständiger Staat nicht existierenden Polen. Bedeutsamer als die historische Zeit ist jedoch der jahreszeitliche Ablauf, der in den vier Teilen des Romans – »Herbst«, »Winter«, »Frühling«, »Sommer« – die Sinnstruktur vorgibt. Neben dem Naturkreislauf und dem bäuerlichen Arbeitsrhythmus geben die Daten des Kirchenjahrs und des Volksbrauchtums ein weiteres Zeitgerüst. Neid, Missgunst und Aberglauben gehören zum Verhalten der streng sozial gegliederten Dorfgemeinschaft ebenso wie Solidarität in Notzeiten. Halt und Geborgenheit findet jedoch nur die angepasste Mehrheit, nicht der schicksalhaft herausgehobene einzelne.
Die deutsche Übersetzung erscheint 1912.
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