Lexikon
tatauieren
[
polynesisch, französisch
]völkerkundliche Bezeichnung für tätowieren, Bilder und Muster mit Dorn, Nadel, Messer, Tatauierkamm in die Haut einstechen, die durch Einbringen von Farbstoff dauerhaft gefärbt wird; eine Weiterentwicklung der Körperbemalung; am verbreitetsten ist die Stichtatauierung (von der Narbentatauierung zu unterscheiden); eine Sonderform ist die Nahttatauierung in Sibirien und Nordamerika, bei der rußgeschwärzte Fäden in die Haut eingenäht werden. Das Tatauieren hat ursprünglich magische Motive (Abwehrzauber, Kräftigungszauber), hängt z. T. mit dem Totemismus zusammen (das Totemzeichen wird auftatauiert), dient als Rang- oder Statussymbol und wird vielfach in Verbindung mit den Reifeweihen ausgeführt.
Klassische Gebiete der Tatauierung sind Mikronesien und Polynesien, Neuguinea, Japan (u. a. Ainu), Indonesien, Neuseeland (u. a. Maori), das Amurgebiet sowie entlegene Stellen der Balkanhalbinsel.
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