Wahrig Herkunftswörterbuch

Hahnrei

betrogener Ehemann, urspr.: Ehemann, der seinen ehelichen Pflichten nicht nachkommt oder nachkommen kann
aus
mnddt.
hanerei, hanerey,
frühnhd.
hanreh in ders. Bed.; der erste Wortteil ist eindeutig „Hahn“, der zweite ist nicht geklärt. Es war früher Sitte, dem verschnittenen Hahn, um ihn kenntlich zu machen, die abgeschnittenen Sporen in den Kamm einzusetzen, wo sie anwuchsen und wie Hörner aussahen; daher die Redewendung „seinem Ehemann Hörner aufsetzen“. Diese Sitte hat sich vielleicht in dem zweiten Wortteil niedergeschlagen; meist wird rei auf
lüneburg.
Räi „Reh“ zurückgeführt, wegen der zwei Hörner im Kamm des verschnittenen Hahns; eine andere Deutung zieht
ostfries.
run (
mndrl.
ruun, ruyne) „kastriertes Pferd“ heran, dazu
ostfries.
runje „kastrieren“; möglicherweise wurde run dann auch für „verschnittenes Tier“ schlechthin gebraucht und mit Hahn zu Hahnrun zusammengesetzt, woraus sich dann Hahnrei, Hahnreh usw. entwickelte
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