Wahrig Herkunftswörterbuch
Bonze
Bonze ist in der japanischen Form bonsō die Bezeichnung für einen buddhistischen Geistlichen. Es handelt es sich ursprünglich um einen Titel, der Priestern, die als heilig angesehen wurden, in Japan zum Zeichen der Ehrerbietung verliehen wurde. Aus Frankreich und Portugal stammende Kolonialherren brachten das Wort Bonze nach Europa mit, wo es eine scherzhaft–abwertende Komponente bekam, denn nun verwandte man es für scheinheilige christliche Geistliche. Doch damit war der Bedeutungswandel noch nicht abgeschlossen: In der Zwischenkriegszeit des 20. Jahrhunderts diffamierte man in Deutschland und Österreich Spitzenfunktionäre der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften als Bonzen und meinte damit überhebliche Funktionäre, die nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind. Heute werden im Deutschen daneben auch Menschen, die ihren Reichtum gern zur Schau stellen, abwertend als Bonzen bezeichnet.
Wissenschaft
Zurück zu den Ursprüngen
Auf der Jagd nach den fernsten Galaxien. von RÜDIGER VAAS Jung zu sein, ist bekanntlich relativ. Ein Mensch wie Maisie ist es beispielsweise mit neun Jahren – zumindest aus dem Blickwinkel typischer Leser von bild der wissenschaft. Eine Galaxie ist es mit 300 Millionen Jahren – zumindest aus der Perspektive menschlicher...
Wissenschaft
Unser unzuverlässiges Gedächtnis
Warum wir unseren Erinnerungen zuweilen nicht trauen können, erklärt Dr. med. Jürgen Brater. Polizisten können ein Lied davon singen: Was Augenzeugen eines Unfalls oder Verbrechens im Brustton der Überzeugung behaupten, gesehen zu haben, muss keinesfalls stimmen. Dazu sind unsere Erinnerungen viel zu fehlerhaft und störanfällig....