Wahrig Herkunftswörterbuch
Menetekel
Das Wort Menetekel, das heute „unheilverkündendes Zeichen“ bedeutet, spielt eine zentrale Rolle in einer alttestamentarischen Geschichte, in der es um die Macht der Worte geht. Im Buch Daniel wird vom babylonischen König Belsazar berichtet, der bei einem Festmahl den aus dem Jerusalemer Tempel gestohlenen Schatz entweiht (vgl. Daniel 5,4). Darauf erscheinen unverständliche aramäische Schriftzeichen an der Wand. Erst der als ein guter Traumdeuter bekannte Prophet Daniel erkennt darin mənē təqēl uparsīn, was er als „gezählt, gewogen und geteilt“ deutet (Daniel 5,25 f.): „[…] Mene: Gezählt hat Gott die Tage deiner Herrschaft und macht ihr ein Ende. Tekel: Gewogen wurdest du auf der Waage und zu leicht befunden. Peres: Geteilt wird dein Reich und den Medern und Persern gegeben.“ Er verkündet Belsazar, dass ihm und dem Reich der Untergang drohe. Zwar wird der Jude Daniel dafür reich entlohnt, doch noch in der Nacht wird der König getötet. Aus historischer Sicht jedoch ist diese Geschichte nur zum Teil wahr, da mit Belsazars Tod das Reich nicht sofort zerfiel.
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