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Ammiạnus Marcellịnus
römischer Geschichtsschreiber griechischer Herkunft, * um 330 Antiochia, † um 395 Rom; trat früh in das römische Heer ein und nahm vermutlich unter Kaiser Julian 363 am Perserfeldzug teil. Nach 390 schrieb er das Geschichtswerk „Res gestae“, das die Zeit von Nerva bis Valens (96–378) umfasste. Von den ursprünglich 31 Büchern sind die Bücher 14–31 (die von Ammianus Marcellinus selbst erlebte Epoche 353–378) erhalten.
"Träge Untätigkeit"
"Träge Untätigkeit"
Der Geschichtsschreiber Ammianus Marcellinus (um 330-400) über den moralischen Verfall in der Stadt Rom gegen Ende des 4. Jahrhunderts:
... Andere nehmen eine ernste Miene an und erzählen, ohne dass sie einer dazu aufgefordert hätte, prahlend von der unermesslichen Größe ihrer Besitzungen, verdoppeln und vergrößern den Jahresertrag ihrer - wie sie glauben - wohlkultivierten Felder, ... ohne sich offensichtlich darüber klar zu sein, daß ihre Vorfahren, denen sie diese Größe Roms verdanken, sich nicht durch Reichtum hervorgetan haben, sondern durch grimmigste Kriege ...
Dem entspricht es, dass dann die wenigen Häuser, die einstmals berühmt waren durch die Pflege ernster Beschäftigungen, jetzt im Überfluss erfüllt sind von Tändeleien träger Untätigkeit und von Gesang und durchdringendem Saitenklange widerhallen ...; die Bibliotheken sind wie Grabkammern für immer geschlossen; dagegen lässt man Wasserorgeln anfertigen ..."
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