Lexikon
Hunnen
ein Nomadenvolk; von den Chinesen im 1. Jahrhundert v. Chr. besiegt, zogen Teile der Hunnen westwärts und unterwarfen um 370 die Alanen in Nordkaukasien, 375/76 die Ostgoten. Unter König Attila (dem Etzel der germanischen Sage) besaßen sie ein großes Reich nördlich des Schwarzen und des Kaspischen Meers; das Byzantinische Reich wurde von ihnen abhängig. Auf ihren Furcht verbreitenden Raubzügen stießen sie bis Südfrankreich und Rom vor, bis sie von Römern (Aëtius) und Westgoten 451 auf den Katalaunischen Feldern besiegt wurden. Nach Attilas Tod 453 löste sich das Reich der Hunnen allmählich auf; die Hunnen wurden vernichtet oder gingen in anderen Völkern auf.
Attila
Attila
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Furcht erregende Hunnen
Furcht erregende Hunnen
Die zunehmend in römisches Reichsgebiet einbrechenden Hunnen charakterisiert der Geschichtsschreiber Ammanius Marcellinus (um 330-400) folgendermaßen:
"Die Hunnen ... sind von einer hemmungslosen Wildheit. Da sie in die Backen ihrer kleinen Kinder gleich nach der Geburt mit dem Messer tiefe Schnitte machen, so dass sich später wegen der kreuz und quer laufenden Narben kein Bartwuchs entwickeln kann, werden sie ohne Bartschmuck alt ...; sie sind fest und kräftig gebaut, haben feiste Nacken und sind abstoßend hässlich und widerwärtig, man könnte sie für zweibeinige wilde Tiere halten ... Niemals schützen sie sich durch irgendwelche Gebäude ... Sie umhüllen sich mit Leinwand oder mit Fellen aus Feldmäusen, die zusammengestückt sind ... Wie angenagelt bleiben sie auf ihren abgehärteten hässlichen Pferden ... Vor allem aber sind sie als schreckliche Gegner gefürchtet, weil sie aus der Ferne mit Wurfgeschossen kämpfen, die statt mit den üblichen Metallspitzen mit scharfen, überaus kunstreich angebrachten Knochen versehen sind. Aus der Nähe fechten sie mit kurzen Schwertern, ohne Rücksicht auf das eigene Leben;und während die Feinde sich gegen ihre Hiebe zu wehren versuchen, werfen sie eine Art Schlinge aus gedrehten Lappen über sie, um so die Eingefangenen, die Widerstand leisten, am Reiten und Gehen zu hindern."
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Unterschätzte Intelligenz
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Seit langem gilt der Cannabis-Bestandteil Cannabinol (CBN) als schlaffördernd. Wie genau er sich auf Tiefschlaf- und Traumphasen auswirkt, war allerdings noch unklar. Nun hat ein Forschungsteam an Ratten gezeigt, dass CBN nicht nur die Gesamtschlafdauer erhöht, sondern auch die Tiefschlafphasen fördert. Daran beteiligt ist neben...