Lexikon

Krim

[
die; russisch
]
Krym
Halbinsel in der südlichen Ukraine, am Schwarzen Meer, durch die 8 km breite Landenge von Perekop mit dem Festland verbunden, 25 600 km2; im Norden flaches, trockenes Steppenland mit einzelnen Salzseen, im Süden das Krimgebirge, dessen Südabfall zum Schwarzen Meer und der schmale Küstenstreifen üppige mediterrane Vegetation tragen; als Republik innerhalb der Ukraine 27 000 km2, 2,18 Mio. Einwohner, Hauptstadt Simferopol; weitere größere Städte: Sewastopol und Kertsch; in der Steppe auf bewässertem Boden Anbau von Qualitätsweizen für den Export, von Mais und Sonnenblumen; zahlreiche Kurorte an der Südküste, besonders bekannt Jalta, Alupka, Aluschta, Gursuf, Gaspra, Simeïs (Sternwarte); Bodenschätze: Salz, Eisenerze und Erdgas (bei Kertsch).

Geschichte

Im Altertum Taurische oder Skythische Halbinsel genannt, von Skythen bewohnt; seit 600 v. Chr. von Griechen kolonisiert, vom 5. bis ins 2. Jahrhundert v. Chr. Teil des Bosporanischen Reichs, 110 v. Chr. von Mithridates VI. von Pontos erobert; dann von Rom abhängige griechische Kolonien, insbesondere Cherson. Sie hielten sich trotz Festsetzung von Goten (um 250 n. Chr.), Hunnen (um 375) und Chasaren (7.–11. Jahrhundert) bis 1000 unter byzantinischem Schutz. Nach 1016 gab es auf der Krim das Fürstentum Tmutorokan als Teil des Kiewer Reichs. Nach dem Mongolensturm im 13. Jahrhundert wurde die Krim Besitz der Goldenen Horde, von deren Gebiet sich 1438 das Khanat der Krim loslöste. Letzteres kam 1475 unter türkische Oberhoheit. 1783 wurde die Krim russisch. 1853–1856 war die Krim Schauplatz des Krimkrieges. 1921 wurde die Krim als ASSR in die UdSSR eingegliedert, seit 1954 gehörte sie zur Ukrainischen SSR (heute Ukraine). Innerhalb der seit 1991 unabhängigen Ukraine erhielt die Krim den Status einer autonomen Republik. Das Parlament der Krim führte 1993 im Widerspruch zur ukrainischen Verfassung ein Präsidialregime ein. Der für einen Anschluss der Krim an Russland eintretende J. Meschkow wurde 1994 zum Präsidenten gewählt. Im März 1995 hob das ukrainische Parlament das Präsidialregime der Krim auf. Die neue ukrainische Verfassung von 1996 garantiert die Autonomie der Krim und gesteht der Halbinsel auch ein eigenes Grundgesetz zu, das allerdings vom ukrainischen Parlament gebilligt werden muss.
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