Lexikon
Die Plünderung Konstantinopels
Die Plünderung Konstantinopels
Voller Abscheu berichtet Niketas Choniates über die Eroberung und Plünderung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer im Jahr 1204. Den von ihnen eingesetzten Patriarchen schildert er als unwürdigen Barbaren:
"...Aus Venetia (kam) ein gewisser Thomasios, um Patriarch von Konstantinopel zu sein. Er war von mittlerer Größe und feister als ein Mastschwein. Sein Gesicht schabte er sich ebenso wie die anderen Männer seines Volkes mit dem Messer glatt und zupfte peinlich genau die Haare seiner Brust aus, genauer als ein aufgelegtes Pechpflaster es hätte tun können. Er trug ein Gewand, das aussah, als wäre es seiner Haut angewebt, und das jeden Tag am Unterarm neu zusammengenäht wurde. Er drehte einen Ring an seinem Finger und zog manchmal auch aus Leder verfertigte und in einzelne Fingerlinge gespaltene Handschützer an.Der Priesterschaft, die neben ihm am Opfertisch beschäftigt war, sah man an, dass sie aus der gleichen Töpferei stammte. Sie glichen in Kleidung und Lebensweise ... ganz ihrem Oberhaupt.
Von der Startlinie an, wie man so sagt, zeigten die Lateiner die ihrem Volke eigentümliche Goldgier und dachten sich einen neuartigen Weg aus, um zu Gold zu kommen, etwas, was noch keinem einzigen der vielen Plünderer der Kaiserstadt eingefallen war. Und zwar öffneten sie in dem Heroon, welches rings um die große Kirche der Jünger Christi angelegt ist, die Kaisergräber, plünderten des Nachts sämtliche aus und steckten in ihrer verworfenen Ruchlosigkeit alles, was etwa noch in ihnen war, Goldschmuck, Perlen, strahlende Edelsteine, in ihre Taschen."
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