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LEXIKON

Histrikerstreit

in den 1980er Jahren öffentliche Auseinandersetzung in der deutschen Geschichtswissenschaft über die Frage der Singularität und Unvergleichbarkeit der nationalsozialistischen Judenvernichtung; ausgelöst wurde der Historikerstreit durch die Thesen des Historikers E. Nolte, der die Frage aufwarf, ob es einen Zusammenhang zwischen der Judenvernichtung der Nationalsozialisten und deren Angst vor dem „Klassenmord“ des Bolschewismus gebe. Die Thesen Noltes führten zu einer Replik von J. Habermas, in der dieser „apologetische Tendenzen“ in der deutschen Zeitgeschichtsschreibung verurteilte, die eine kritische Auseinandersetzung mit dem Dritten Reich verhinderten. Daraus entwickelte sich eine breite publizistische Debatte über die Frage nach dem Ort des Nationalsozialismus in der deutschen Geschichte und über das politische Selbstverständnis der Bundesrepublik Deutschland.
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