Daten der Weltgeschichte

Nahostkonflikt: Sechstagekrieg
Nahostkonflikt: Sechstagekrieg
Israel gewinnt Sechstagekrieg
Unter Ausnutzung des Überraschungsmoments beginnt Israel an drei Fronten einen Präventivkrieg gegen seine arabischen Nachbarn. Nachdem alle Bemühungen um eine Entschärfung des israelisch-arabischen Konflikts in den ersten Junitagen gescheitert waren, beginnt in den frühen Morgenstunden der dritte israelisch-arabische Krieg seit der Gründung des Staates Israel. Am 10. Juni abends, nach 132 Stunden und 30 Minuten, geht der Schlagabtausch mit erheblichen Geländegewinnen der Israelis zu Ende. Kriegsdrohung: Der Krieg im Nahen Osten kommt nicht unerwartet. Der ägyptische Staatspräsident Gamal Abd el Nasser hatte in den vergangenen Monaten zur völligen "Vernichtung des Staates Israel" und zum "Heiligen Krieg" der Moslems gegen das Land der Juden aufgerufen. Am 7. April schossen israelische Jagdbomber über Syrien sechs syrische Jagdbomber ab. Seit Mai zogen Israel und Ägypten Truppen an ihren Grenzen zusammen. Präventivschlag: Dass Israel den Krieg beginnt, überrascht die Weltöffentlichkeit. Die Offensive hat jedoch militärische Gründe, da sich Israel in einer strategisch ungünstigen Ausgangsposition befindet. Das Land ist an seiner schmalsten Stelle nur 14 km breit, hat aber eine Landgrenze von 951 km und eine Küstenlinie von 251 km zu verteidigen. Um zu verhindern, dass die an den Grenzen aufmarschierten arabischen Armeen gleichzeitig angreifen und das Land in mehrere Teile schneiden, befürwortet der Oberbefehlshaber der Armee, Moshe Dayan, den Angriff. Ergebnisse: Unter der strategischen Leitung Dayans, der am 2. Juni von Ministerpräsident Levi Eschkol zum Verteidigungsminister ernannt worden ist, verzeichnen die israelischen Truppen schon in den ersten Tagen erhebliche Geländegewinne. Mit dem Ende des Sechstagekriegs kontrolliert die israelische Armee vom Jordan bis zum Suezkanal ein Territorium, das viermal so groß ist wie Israel. Die gesamte Halbinsel Sinai und der Gazastreifen befinden sich in israelischer Hand, genauso wie die syrischen Golanhöhen. Im Krieg mit Jordanien hat Israel die Westbank und Ost-Jerusalem eingenommen. Am Ende des Krieges verfügt Israel nach den Worten von Dayan erstmals über "optimale strategische Grenzen". Für die Vereinigten Arabischen Republiken (VAR) bedeutet der Krieg hohe Verluste an Menschenleben. Etwa 8000 Soldaten sind gefallen oder verwundet. Den Israelis, die 679 Soldaten verlieren und 2563 Verletzte zählen, fällt Kriegsmaterial, u. a. Hunderte von Sowjetpanzern, in die Hände. Gründe für Sieg: Die zahlenmäßig weit unterlegenen Israelis gewinnen den Dreifrontenkrieg gegen Ägypten, Syrien und Jordanien u. a. aufgrund minutiöser Planung zur Sicherung der Luftherrschaft schon am ersten Kriegstag. Außerdem sind die Israelis im Gegensatz zu den Arabern hervorragend an den modernen Waffensystemen ausgebildet und verfügen über eine schlagkräftige Panzertruppe. Konsequenzen: Am 5. Juni schließt Nasser den für die internationale Schifffahrt bedeutsamen Suezkanal und lässt ihn durch die Versenkung von Schiffen unpassierbar machen. Nasser erklärt, der Kanal werde erst wieder eröffnet, wenn das Gebiet östlich von Sues von den Israelis geräumt sei. Ein Beschluss der arabischen Länder, allen Staaten, die Israel in irgendeiner Form unterstützt haben, kein Erdöl mehr zu liefern, trifft ab 6. Juni die USA und Großbritannien. Am 15. Juli beschließt die UN in New York eine Jerusalem-Resolution, die gegen die administrative Wiedervereinigung der Stadt durch Israel protestiert.
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