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War Ludwig dem königlichen Amt gewachsen?

Wie sich im Verlauf seiner Regierungszeit herausstellen sollte, eher nicht. Die zu jener Zeit übliche, streng hierarchische Erziehung am Königshof und der frühe Verlust des Vaters führten dazu, dass Erbprinz Ludwig schlecht auf sein Amt vorbereitet war, als er mit gerade 18 Jahren den Thron bestieg. Die strenge Hofetikette verbot soziale Kontakte mit Gleichaltrigen und formte aus ihm einen Sonderling und Einzelgänger.

Dabei entsprach der am Geburtstag seines Großvaters König Ludwig I., dem 25. August 1845 als Sohn von Kronprinz Maximilian und der Hohenzollern-Prinzessin Marie in Schloss Nymphenburg geborene Thronfolger in jungen Jahren dem Bild eines Herrschers auf fast ideale Weise: groß und schlank, eine leuchtende Schönheit. Sehr zu seinem Missvergnügen war die Macht des Königs aufgrund der bayerischen Verfassung deutlich eingeschränkt. Er hatte zum Beispiel keinen Zugriff auf staatliche Gelder und erhielt vom Parlament nur festgesetzte Summen als Apanage, wie das bis heute in konstitutionellen Monarchien üblich ist. Aber Ludwig II. war ein Monarch, der seine Träume rigoros zu leben trachtete und dabei jene Freiheit suchte, die ihm sein hohes Amt verweigerte. Nur – versunken in absolutistische Fantastereien vermochte der schwärmerische König kaum die Erwartungen seiner Untertanen zu erfüllen.

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