Lexikon
Jürgens
Curd, deutscher Schauspieler, * 13. 12. 1915 München, † 18. 6. 1982 Wien; 1937–1941 an Berliner Theatern, seit 1939 auch beim Film; mit Unterbrechungen von 1941 an am Wiener Burgtheater; spielte 1973 bei den Salzburger Festspielen die Titelrolle in Hofmannsthals „Jedermann“; nach dem 2. Weltkrieg internationale Filmkarriere: „Des Teufels General“ 1955; „Jakobowsky und der Oberst“ 1957; „Schachnovelle“ 1960.
Jürgens, Curd
Curd Jürgens
© Corbis/Bettmann/Springer
- Deutscher Titel: Des Teufels General
- Original-Titel: DES TEUFELS GENERAL
- Land: BRD
- Jahr: 1955
- Regie: Helmut Käutner
- Drehbuch: Georg Hurdalek, Helmut Käutner, Carl Zuckmayer, nach dem Theaterstück von Carl Zuckmayer
- Kamera: Albert Benitz
- Schauspieler: Curd Jürgens, Victor de Kowa, Karl John
- Auszeichnungen: Filmfestival Venedig 1955 für Darsteller (Curd Jürgens)
Nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Carl Zuckmayer, der darin im US-Exil bitter mit dem NS-Regime abgerechnet hatte, dreht Helmut Käutner »Des Teufels General«.
Luftwaffengeneral Harras (Curd Jürgens) wird durch seine Begeisterung für das Fliegen Mitglied der Wehrmacht Hitlers. 1941 wird ihm jedoch klar, dass er sich an der Grausamkeit des Krieges mitschuldig gemacht hat. Er kann die Machenschaften seines aalglatten SS-Generals Schmidt-Lausitz (Victor de Kowa) nicht länger moralisch mittragen und wendet sich von dem Regime ab. Die SS setzt ihn unter Druck, weil zahlreiche Maschinen aus unerklärlichen Gründen ausfallen. Er selbst soll den Ursachen auf den Grund gehen. Sein Kamerad Oderbruch (Karl John) ist mit an Bord, der sich ihm gegenüber als Saboteur offenbart. Gemeinsam fliegen sie in den Tod. Durch den Erfolg des Stücks ist auch die Publikumswirksamkeit des Käutner-Films gewährleistet. Curd Jürgens spielt den Flieger Harras überzeugend menschlich, wenn auch sein heldenhafter Charakter z.T. überzeichnet wird. Die Rolle verschafft Jürgens internationale Bekanntheit. Gute Kritiken erntet auch Victor de Kowa als SS-Mann. Das geschilderte Milieu lehnt sich zwar an das politische Zeitgeschehen an, jedoch lässt Käutner es, nach Kritikermeinung, an Tiefe mangeln: Die Atmosphäre ist allzu gefällig aufbereitet, den Zuschauern fällt es leicht, sich mit dem Helden zu identifizieren und seine Gräueltaten zu verzeihen.
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