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LEXIKON

Adrno

Theodor W(iesengrund), deutscher Philosoph, Soziologe, Musiktheoretiker und Komponist, * 11. 9. 1903 Frankfurt am Main,  6. 8. 1969 Visp, Wallis; einer der bedeutendsten Vertreter deutscher Philosophie im 20. Jahrhundert; geprägt durch das Musikleben Wiens (A. Berg, A. Schönberg) und durch die Philosophie von G. Lukács, W. Benjamin und E. Bloch; 1924 Promotion über E. Husserl in Frankfurt am Main; 1930/31 Habilitation über S. Kierkegaard, seitdem Dozent in Frankfurt. 1934 emigrierte Adorno nach Oxford, 1938 in die USA, wo er durch Vermittlung M. Horkheimers dem aus Frankfurt nach New York verlegten Institut für Sozialforschung beitrat. 1949 kehrte er nach Frankfurt zurück und war dort 19501969 Professor für Sozialphilosophie, seit 1959 Direktor des Instituts für Sozialforschung.
Adornos Philosophie ist vor allem Kritik an der spätbürgerlichen Industriegesellschaft und eine Absage an jede systematische Philosophie. Aufgrund der totalitären Tendenz einer Aufklärung, die alle Realität dem Herrschaftsanspruch ihrer rationalen Begrifflichkeit zu unterwerfen trachtet und sich damit zum Mythos stilisiert, fordert er eine Selbstkritik der Aufklärung. Dies betrifft besonders die Tendenz zur Verdinglichung, wie auch die Neigung zur Aufhebung des Individuellen im Allgemeinen und Abstrakten. Die Funktion der Kunst lässt sich für Adorno nicht allein auf Gesellschaftskritik reduzieren, vielmehr ist sie autonom und stellt einen radikalen Gegenentwurf zur Gesellschaft dar, indem sie das Andere und Individuelle zumindest als Utopie zu bewahren vermag. 1961 begann er mit K. Popper den Positivismusstreit über die Erkenntnismöglichkeiten der Sozialwissenschaften. Adorno hat nicht nur die „Kritische Theorie“ der Frankfurter Schule entscheidend geprägt, sondern auch die Studentenbewegung der 1960er Jahre beeinflusst, die sich später gegen ihn richtete. Hauptwerke: „Dialektik der Aufklärung“ (mit M. Horkheimer) 1947; „Philosophie der neuen Musik“ 1949; „Minima Moralia“ 1951; „Zur Metakritik der Erkenntnistheorie“ 1956; „Einleitung in die Musiksoziologie“ 1962; „Drei Studien zu Hegel“ 1963; „Jargon der Eigentlichkeit“ 1964; „Negative Dialektik“ 1966; „Ästhetische Theorie“ 1970. Gesammelte Schriften, 20 Bände 1997.
  • Erscheinungsjahr: 1947
  • Veröffentlicht: Deutschland
  • Verfasser:
    Adorno
    , Theodor W.; Horkheimer, Max
  • Deutscher Titel: Dialektik der Aufklärung
  • Genre: Sozialphilosophische Untersuchungen
Die weiter im Exil in New York lebenden Sozialphilosophen Theodor W. Adorno (* 1903,  1969) und Max Horkheimer (* 1895,  1973) veröffentlichen im Querido Verlag in Amsterdam die sozialphilosophische Schrift »Dialektik der Aufklärung«, in der sie das Umschlagen der mit fortschrittlichem Anspruch aufgetretenen Aufklärung in Rückläufigkeit und Barbarei darstellen. Horkheimer und Adorno, vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 Mitarbeiter des Frankfurter Instituts für Sozialforschung, an dem die kritische Theorie der Gesellschaft der Frankfurter Schule entwickelt wurde, emigrierten 1933 in die USA und führten das Institut als Institute for Social Research weiter. Unter der Mitarbeit von Herbert Marcuse, Erich Fromm u. a. erschien 1936 der Sammelband »Autorität und Familie«, in dem ein Versuch zur Erklärung des »autoritären Charakters«, der den Nationalsozialismus begünstigte, unternommen wurde.
  • Erscheinungsjahr: 1951
  • Veröffentlicht: Bundesrepublik Deutschland und DDR
  • Verfasser:
    Adorno
    , Theodor W.
  • Deutscher Titel: Minima Moralia
  • Genre: Reflexionen aus dem beschädigten Leben
Der Philosoph und Soziologe, Komponist und Musiktheoretiker Theodor W. Adorno (* 1903,  1969), Hauptvertreter der kritischen Theorie, veröffentlicht die Aphorismensammlung »Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben«. Aus den Facetten persönlicher Erfahrung entsteht das Bild eines »beschädigten«, entfremdeten Lebens.
Adorno-Preis
Stand 2003
Adorno-Preis
Name des Preises: Theodor-W.-Adorno-Preis der Stadt Frankfurt am Main
Gründungsjahr: 1976
Vergabegremium: Magistrat der Stadt Frankfurt am Main
Vergaberhythmus: alle 3 Jahre
Preisgeld: 50 000 Euro
Zweck: Durch den Preis sollen hervorragende Leistungen in den Bereichen Philosophie, Musik, Theater und Film anerkannt und gefördert werden
1977Norbert Elias
1980Jürgen Habermas
1983Günther Anders
1986Michael Gielen
1989Leo Löwenthal
1992Pierre Boulez
1995Jean-Luc Godard
1998Zygmunt Bauman
2001Jacques Derrida
2003György Ligeti
2006Albrecht Wellmer
2009Alexander Kluge
2012Judith Butler
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