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Die Aufteilung der Welt

Warum spricht man vom "Zeitalter des Imperialismus?"

Das Zeitalter des Imperialismus umfasst den Zeitraum des ausgehenden 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs 1914. Der Imperialismus setzte um die Mitte der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts in Großbritannien ein und erfasste in den folgenden Jahrzehnten wie in einem Rausch die Großmächte der Welt. Neben den traditionellen Kolonialmächten Großbritannien, Frankreich und Russland beteiligten sich neue, aufstrebende Mächte - USA, das Deutsche Reich, Belgien, Italien, Japan - am Wettlauf um die Aufteilung der Welt.

Imperialismus - für manche eine Utopie

Als eine konkrete Utopie stellte sich den Zeitgenossen der Jahrhundertwende der Imperialismus dar, eine Utopie, in der sich das Bestreben der Nationalstaaten zur Großmacht mit Weltgeltung ausdrückte. Imperialistische Politik wurde verstanden als die Sicherung von Rohstoff- und Absatzmärkten. In diesem Sinn war es ein einseitiges Geschäft der Ausbeutung durch die industrialisierten Großmächte. Dennoch stellten die Kolonien für die meisten imperialen Mächte in Wirklichkeit defizitäre Prestigeobjekte dar, von denen höchstens einzelne Geschäftsleute wirklich profitierten. Tatsächlich war es besonders nationales Prestigedenken, das als "Hurra-Patriotismus" zu einem übersteigerten Nationalismus führte, der nicht selten in chauvinistischen Hetztiraden endete. Die Idee des Imperialismus lebte aber auch von einem missionarischen Sendungsbewusstsein und Überlegenheitsgefühl der weißen Rasse und ihrer Zivilisation ("Die Bürde des weißen Mannes"). Die in dieser Zeit populäre Philosophie des Sozialdarwinismus, der Lehre vom Kampf ums Überleben und der natürlichen Auslese auch in der menschlichen Gesellschaft, führte zur wachsenden Brutalisierung der Politik. Sie bot eine willkommene Rechtfertigung für jedwede Eroberungsaktivitäten.

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