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Sudan: Größtes Land in Afrika

Sudan
Amtlicher Name:
Republik Sudan
Fläche:
2 505 810 km²
Einwohner:
34,3 Mio.
Hauptstadt:
Khartum
Amtsprache(n):
Arabisch
Währung:
Sudanesischer Dinar

Landesnatur

Welche Nachbarn hat Sudan?

Die Republik grenzt an Ägypten, Eritrea, Äthiopien, Kenia, die Demokratische Republik Kongo, die Zentralafrikanische Republik, Tschad und Libyen (im Uhrzeigersinn).

Das flächenmäßig größte Land des Kontinents gehört zu etwa zwei Dritteln zur afrikanischen Großlandschaft Sudan und reicht im Norden mit den Gebieten der Libyschen und Nubischen Wüste in die Sahara hinein. Von Süden nach Norden wird das Land vom Nil durchflossen. Er bildet im Süden, im großen Becken des Weißen Nils, die Überschwemmungslandschaft Sudan. Im Westen liegt das steppenhafte Bergland von Darfur mit dem Basaltgebirge Jabal Marrah (3088 m).

Die Vegetation reicht vom tropischen Regenwald im äußersten Süden über Feucht-, Trocken- und Dornsavanne zu Halbwüste und Wüste im Norden. In den Überschwemmungssavannen herrschen Sümpfe vor.

Bevölkerung

Wie viele Menschen leben als Nomaden?

Der Anteil der Nomaden wird auf 10 % geschätzt. Ein Drittel der Bevölkerung lebt in den Städten. Die Bevölkerung des islamischen Nordens besteht v. a. aus Arabern und Nubiern, ferner Kuschiten (Bedja) sowie Nuba und Fur. Dagegen leben im Süden des Landes Niloten (Dinka, Schilluk, Nuer) u. a. afrikanische Volksgruppen (z. B. die Zande auf der Asandeschwelle). Sie gehören vorwiegend traditionellen Religionen und dem christlichen Glauben an.

Wirtschaft

Wer erschließt die Bodenschätze?

Ergiebige Vorkommen von hochwertigem Erdöl am Rande des Weißnilbeckens und vor der Küste des Roten Meeres werden von chinesischen Ölkonzernen zunehmend erschlossen. Bislang können viele Bodenschätze (Gold, Eisen, Kupfer, Blei, Chrom, Nickel, Silber, Wolfram, Zink, Mangan, Graphit, Asbest) wegen mangelnder Verkehrserschließung nicht optimal genutzt werden.

Die Landwirtschaft liefert für den Export v. a. Sesam und Baumwolle. Im Sudan werden 80 % der Weltproduktion an Gummi arabicum gewonnen. Aus der Viehzucht gelangen lebende Tiere, Häute und Felle in den Export.

Geschichte

Was war das Reich Kusch?

Kusch war ein zeitweise mächtiges Land am mittleren Nil. Es lag südlich von Ägypten und nördlich des heutigen Äthiopien. Seine hamitischen Bewohner waren den Ägyptern und Libyern verwandt. Schon in vorgeschichtlicher Zeit war es von Ägypten stark beeinflusst, das mit Nubien Handel trieb und zeitweilig auch über Nubien herrschte. Um 850 v. Chr. gründete ein einheimisches Fürstengeschlecht das Reich Kusch mit der Hauptstadt Napata. Es wurde so mächtig, dass es als 25. Dynastie (um 745–653 v. Chr.) über Ägypten herrschte. Danach dehnte das Reich Kusch seine Macht nach Süden über den Sudan aus. Um 300 v. Chr. wurde die Hauptstadt nach Meroë verlegt; seit 200 v. Chr. nahm der ägyptische Einfluss ab. Angriffe aus Äthiopien und nomadisierender Wüstenvölker ließen das Reich schließlich nach 350 in mehrere kleine Staaten zerfallen.

Wer waren die Mahdisten?

Anhänger von Mahdi Mohammed Ahmed (1844–1885), der einen erfolgreichen Aufstand gegen die ägyptische Herrschaft leitete. 1883 hatte er den Sudan in seiner Hand, 1885 eroberte er Khartum. Sein Nachfolger, Abdallah, dehnte die Macht der Mahdisten noch weiter aus: 1888/89 unternahm er Feldzüge gegen Äthiopien, 1888 wurde die Äquatorialprovinz besetzt. 1893/94 stießen die Mahdisten mit den Italienern zusammen und wurden geschlagen. Der britische Oberkommandierende der ägyptischen Armee zog schließlich gegen den Sudan und vernichtete in der Schlacht von Omdurman 1898 das Reich des Mahdi.

Was führte zum Bürgerkrieg?

Religiöse Gegensätze zwischen islamischem Nord- und christlichem Südsudan. Der 17-jährige Bürgerkrieg endete schließlich 1972 mit der Gewährung der Autonomie für die Südprovinzen.

Nachdem 1983 das islamische Recht (Scharia) eingeführt wurde, entflammte der Bürgerkrieg unter Führung der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung neu. 1989 übernahm General Ahmad Al Bashir die Macht (seit 1993 ziviler Präsident). Die Verfassung von 1998 institutionalisierte die islamische Republik Sudan (Präsidialsystem). Während sich die Lage im Süden entspannte, eskalierten Auseinandersetzungen zwischen Regierungseinheiten und Rebellengruppen in der Region Darfur seit 2003 zu einem neuen ethnisch motivierten Konflikt, der von schweren Menschenrechtsverletzungen begleitet wurde und eine Flüchtlingskatastrophe auslöste. Regierung und Sudanesische Volksbefreiungsbewegung schlossen 2005 ein Friedensabkommen zur Beendigung des Bürgerkriegs im Südsudan, der seit seinem Beginn rd. 2 Mio. Tote gefordert hatte.

Wer sind die Djandjawid?

Die schwer bewaffneten arabischstämmigen Reitermilizen führen seit Februar 2003 einen Vernichtungskrieg gegen die schwarzafrikanische Bevölkerung in Darfur im Westen des Sudan. Erst nach Eingreifen des UN-Sicherheitsrates begann die Regierung die Djandjawid zu entwaffnen. Weitere Gewalttaten konnten jedoch nicht sofort unterbunden werden. Nach UN-Schätzungen starben bislang 300 000 Menschen infolge der Kampfhandlungen, an Hunger oder durch Krankheit.

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