Lexikon
Konservativịsmus
[
Konservatismuslateinisch
]eine sich am geschichtlich Gewordenen orientierende Einstellung. Die konservative Haltung ist nicht mit der reaktionären zu verwechseln, auch wenn beide häufig ineinander übergehen. Der Konservativismus begreift Geschichte als fortwirkende Vergangenheit und ist bemüht, ihren Kräften auch in moderner Form zur Wirksamkeit zu verhelfen. – Die konservative, historisch-organische Staatsauffassung entwickelte sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch E. Burke, der im Staat eine Institution sah, die auf der Verbindung von Tradition und der Wirksamkeit der gegenwärtig Lebenden in Verantwortung gegenüber den zukünftigen Generationen beruhe; er stellte die zeitgemäße, reformerische Weiterentwicklung überkommener Einrichtungen der (Französischen) Revolution entgegen. Als Vertreter deutscher konservativer Gedankengänge im 19. Jahrhundert bemühte sich F. J. Stahl um die Kontinuität sittlicher Werte auf der Grundlage von Gewaltenteilung und Verfassung gegen die Willkür von Seiten der Fürsten wie auch seitens des souveränen Volks. Diese gegen überspitzten Nationalismus und revolutionären Umsturz gerichtete Haltung bestimmt auch die Politik der modernen konservativen Parteien. Reaktion, Restauration.
Wissenschaft
Am Rand der Raumzeit
Wenn unser Universum aus einer Singularität entsprungen wäre, bliebe der Urknall ein Mysterium. Doch Kosmologen wollen sich damit nicht abfinden. von RÜDIGER VAAS Hat die Welt einen Anfang oder existiert sie ewig? Diese höchst kontroverse Frage ist uralt – älter als die moderne Kosmologie, die auf der Allgemeinen...
Wissenschaft
Die Babylonier und der Mond
Im alten Babylon oblag es den Hofastrologen, die Vorgänge am Himmel zu beobachten, zu deuten und Vorhersagen zu treffen. Insbesondere Mondfinsternisse galten als Vorboten kommenden Unheils, wie auf vier Omen-Tafeln zu lesen ist, deren Übersetzung vor wenigen Monaten veröffentlicht wurde. Die mit Keilschrift versehenen...