Lexikon
Magnẹtschwebebahn
modernes Verkehrsmittel, das statt rollender Räder elektromagnetische Kräfte nutzt, die den Zug von der Gleitschiene heben und vorwärts bewegen. Da keine mechanische Berührung zwischen Fahrzeug und Schiene vorliegt, kann die Magnetschwebebahn relativ leise und mit hoher Geschwindigkeit auf ihrer auf Pfeilern montierten Schiene gleiten. Man unterscheidet ein Trag- und ein Antriebssystem. Elektromagnete an der Fahrzeugunterseite treten in Wechselwirkung mit den an der Unterseite des Fahrwegs installierten eisernen Reaktionsschienen. Die dabei auftretenden Anziehungskräfte tragen das Fahrzeug, sie werden durch eine Elektronik so geregelt, dass immer ein Abstand von 10 mm zwischen Fahrweg und Fahrzeug gehalten wird. Als Antrieb dient ein Langstator-Linearmotor. Die Funktion dieses Antriebssystems lässt sich aus der Wirkungsweise eines konventionellen, rotierenden Elektromotors ableiten, dessen Stator aufgeschnitten und beidseitig längs unterhalb des Fahrwegs gestreckt wird. Die Tragmagnete am Fahrzeug entsprechen dem Rotor des Motors. Werden die Langstatorwicklungen mit Drehstrom versorgt, entsteht anstelle des magnetischen Drehfeldes eines herkömmlichen Elektromotors ein elektromagnetisches Wanderfeld, von dem das Fahrzeug durch seine Tragmagnete synchron mitgezogen wird. – Ende 2002 wurde im chinesischen Shanghai auf der weltweit ersten kommerziellen, rund 30 km langen Trasse für den in Deutschland entwickelten Transrapid der einspurige Probebetrieb aufgenommen. Seit Ende 2003 verbinden 3 Transrapidzüge den internationalen Flughafen Pudong fahrplanmäßig doppelspurig mit der Innenstadt. In Bayern war eine Verbindung von Hauptbahnhof und Flughafen München geplant, wurde aber im März 2008 aus Kostengründen wieder aufgegeben. Den Geschwindigkeitsrekord hält die japanische Magnetschwebebahn Maglev mit 581 km/h.
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