Lexikon
Transrapịd
eine in Deutschland entwickelte Magnetschwebebahn, die durch Transrapid International, ein Gemeinschaftsunternehmen von Siemens und ThyssenKrupp, vermarktet und projektiert wird. Die weltweit erste kommerzielle Transrapidstrecke ist seit 29. Dezember 2003 in China im Regelbetrieb. Die rund 30 km lange, doppelspurige Strecke verbindet die U-Bahn-Station Long Yang Road in Shanghai mit dem internationalen Flughafen Pudong.
Die Entwicklung und Erprobung der Magnetschwebe- und Magnetantriebstechnik in Deutschland begann Anfang der 1970er Jahre, nachdem eine Hochleistungs-Schnellbahnstudie im Auftrag des damaligen Bundesverkehrsministers abgeschlossen worden war. Seit dem beteiligten sich nach und nach verschiedene Unternehmen an dieser Entwicklung. 1981 wurde die Versuchs- und Planungsgesellschaft für Magnetbahnsysteme (MVP) in München gegründet. Sie hat die Aufgabe, die von 1980–1987 errichtete Transrapid Versuchsanlage Emsland (TVE) für Magnetbahnsysteme bei Lathen im Emsland zu betreiben und das neue Verkehrssystem im praxisnahen Testbetrieb zu erproben. Gesellschafter der MVP sind die Deutsche Bahn AG und die Deutsche Lufthansa AG. Die Betriebsführung nimmt seit 1985 die IABG (Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft, Ottobrunn) wahr. Die Gesamtlänge der Hochgeschwindigkeits-Versuchsstrecke mit einem geraden ca. 12 km langen Abschnitt und zwei Wendeschleifen beträgt 31,8 km. Nach einem schweren Unfall im September 2006, bei dem ein Transrapid 08 auf offener Strecke mit einem Werkstattwagen zusammengeprallt war, wurde die Betriebserlaubnis der Versuchstrecke aufgehoben. Die Testfahrten konnten nach Erteilung einer neuen Betriebsgenehmigung am 3. Juli 2008 wieder aufgenommen werden.
Alle Versuche, in Deutschland eine kommerzielle Transrapid-Verbindung zu errichten, sind bislang gescheitert. Zuletzt wurde im März 2008 die Planung für das Magnetschwebebahn-Projekt zwischen Münchner Hauptbahnhof und Flughafen wegen zu hoher Kosten aufgegeben.
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