Lexikon

Manichäịsmus

eine von Mani begründete dualistisch-gnostische Erlösungsreligion; der Manichäismus verbreitete sich ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. von Mesopotamien, Syrien und Ägypten über Nordafrika, wo er ein ernst zu nehmender Gegenspieler der christlichen Kirche wurde, bis hin nach Zentralasien und China, wo er bis zum 14. Jahrhundert erhalten blieb; von Mitte des 8. bis zum 9. Jahrhundert Staatsreligion der Uiguren. In verschiedenen christlichen Sekten (Bogomilen, Katharer, Albigenser) wirkte der Manichäismus weiter.
Der Lehre des Manichäismus lag, neben vorderasiatischen, buddhistischen, jüdischen und christlichen Glaubensinhalten, der zoroastrische Dualismus zugrunde. Danach waren Licht und Finsternis (Gut und Böse) ursprünglich zwei getrennte Welten. Bei der Entstehung der Finsterniswelt, zu der auch der Mensch gehört, kam es zu einer Vermischung. Dadurch birgt der Mensch Lichtelemente (Seelen), die er von der bösen Materie durch strenge Askese und andere sakrale Handlungen befreien muss. Diesen religiösen Praktiken können sich jedoch nur die mönchisch lebenden „Erwählten“ (Electi) in vollkommener Weise widmen, während die unvollkommeneren „Hörer“ (Auditores) die endgültige Wiedervereinigung mit dem Lichtreich durch stufenweise Läuterung in Wiedergeburten erlangen. Im Mittelpunkt des manichäischen Kultus standen die Montagsfeste zur Lobpreisung der Gottheiten und zur Unterweisung der Gläubigen, ferner Speise- und Fastenvorschriften sowie Gebete und Beichten. Religiöser Höhepunkt war das jährliche Bema-Fest zur Erinnerung an die Passion Manis.
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