Lexikon

Notendruck

Musik
Druckverfahren zur Herstellung von Musikalien. Der älteste Notendruck war ein Holz- oder Metallplattendruck, bei dem die Notenzeichen in die Platten eingeschnitten wurden. Die ersten bedeutenden Notendrucker waren Bernhard Richel in Basel (ab 1472), Georg Reyser in Würzburg (ab 1481), Ulrich Hahn in Rom (ab 1476) u. a., Erhard Ratdolt in Augsburg und Venedig (ab 1487), Johann Higman in Paris (ab 1489) und später Tilman Susato in Antwerpen (ab 1543). Ottaviano (dei) Petrucci erfand 1498 das erste Notendruckverfahren mit Metalllettern (Text, Linien und Notenzeichen). Die bedeutendste Verbesserung gelang Johann Gottlob Immanuel Breitkopf in Leipzig 1754, als er bewegliche, bis in die kleinsten Teile zerlegbare Notentypen erfand.
Bis Ende des 20. Jahrhunderts wurden oft für den Buchdruck nach einem Stich- oder Schwarzschriftoriginal (mit schwarzer Tusche auf Transparentpapier oder Zeichenkarton gezeichnet) Notenklischees hergestellt. Waren dagegen nur Notenzeichen gefordert, wie z. B. bei Partituren, so verwendete man seit der Erfindung Aloys Senefelders (1796) den Notenstich. Hierbei werden alle zu druckenden Zeichen seitenverkehrt mit Stahlstempeln in eine Bleiplatte (Blei-Zinn-Antimon-Legierung) eingeschlagen oder mit einem Stichel eingraviert. Von den Notenstichplatten werden Barytabzüge angefertigt, von denen direkt Positivfilme für den Offsetdruck oder Buchdruckklischees hergestellt werden können. Daneben fand seit den 1940er Jahren zunehmend die Fotosatztechnik Anwendung. Seit den 1970er Jahren werden verstärkt Computer in den Notensatz einbezogen. Beim Scannote-System werden Noten auf einer Klaviatur gespielt, die ein Computer dann elektronisch speichert. Alternativ kann der Notentext über eine Tastatur eingegeben werden. Trotz der offensichtlichen wirtschaftlichen Vorteile des Computer-Notensatzes besitzen solche Programme bis heute nicht die fachliche Kompetenz eines qualifizierten Notensetzers.
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