Lexikon
Passivhaus
ein Gebäude, in dem der Heizwärmebedarf so gering ist, dass ohne Verlust des Wohnkomforts auf ein separates Heizungssystem verzichtet werden kann. Unter den klimatischen Bedingungen in Deutschland ist das bei einem Jahresheizwärmebedarf von unter 15 kWh/m2 der Fall. Erreichen lässt sich dieser niedrige Wert durch konsequente Wärmedämmung mit einem U-Wert von unter 0,15 W/(m2K) bei Dach, Außenwänden und Kellerdecke, die Vermeidung von Wärmebrücken, eine hohe Winddichtigkeit, Fenster mit einem U-Wert von unter 0,85 W/(m2K) und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung aus der Abluft. Durch Südausrichtung des Gebäudes, große Südfenster und Vermeidung von unnötiger Verschattung wird zudem möglichst viel Sonnenenergie zum Heizen genutzt.
Das erste Passivhaus Deutschlands mit vier reihenhausähnlich angeordneten Wohnungen wurde 1991 in Darmstadt gebaut. Eine Ende der 1990er Jahre gezogene Bilanz kam zu dem Ergebnis, dass gegenüber dem Durchschnitt deutscher Wohngebäude der Heizenergieverbrauch nur etwa ein Zwanzigstel, der gesamte Endenergieverbrauch für Haushaltsgeräte, Licht, Lüftungsanlage, Gas-Brennwertkessel zur Warmwasserbereitung (zugleich Notheizung) nur noch rund 10 Prozent der durchschnittlichen Werte beträgt.
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