Lexikon

Spinnwebtheorm

englisch cobwebtheorem
ein nach der spinngewebeähnlichen grafischen Darstellung bezeichnetes volkswirtschaftliches Theorem zur Erklärung oszillatorischer Preis- und Mengenbewegungen, insbesondere bei landwirtschaftlichen Produkten, die durch die Verzögerung der Angebotsanpassung infolge der nicht nennenswert beeinflussbaren Dauer des Produktionsprozesses hervorgerufen werden. Die Anbieter gehen bei ihren Produktionsentscheidungen von der Erwartung aus, dass der heute erzielte Preis auch nach Abschluss der nächsten Produktionsperiode gelten wird; die Angebotsmenge in Periode 2 richtet sich nach dem Marktpreis der Periode 1 (dynamische Angebotsfunktion). Trifft z. B. eine starke Nachfrage auf ein geringes Angebot (m1), wird sich ein hoher Marktpreis (P1) einstellen. Die Angebotsseite rechnet mit der Konstanz dieses Preises und erhöht in der nächsten Periode auf die diesem Preis entsprechende Menge (m2). Da diese Angebotsveränderung über der Gleichgewichtsmenge liegt, sinkt der Preis (auf P2). Die Anpassung mit der Menge führt in der nächsten Periode zu einem neuen Preisanstieg usw. Dieser Prozess nähert sich immer mehr dem Gleichgewichtspunkt, wenn die Angebotskurve steiler als die Nachfragekurve ist (konvergierender Fall); ist sie flacher, tritt der explosive Fall ein, der Gleichgewichtspunkt wird nie erreicht. Schweinezyklus.
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