Lexikon

Wehrhoheit

die Zuständigkeit des Staats zur Errichtung militärischer Verbände und zur Regelung aller mit der Organisation und Funktion der militärischen Gewalt zusammenhängenden Fragen, die er aber nicht wahrnehmen muss (z. B. hat Island bisher trotz Erwähnung der Wehrpflicht in der Verfassung keine Armee aufgestellt).
Das Grundgesetz kannte bei seinem Erlass (1949) noch keine Inanspruchnahme der Wehrhoheit durch die Bundesrepublik Deutschland. Nach Gründung der NATO (1949) ergab sich wegen der Verschärfung der weltpolitischen Lage (1950 Koreakrieg) die Zielsetzung, eine umfassende Verteidigung des Westens zu organisieren. Dies schloss einen Wehrbeitrag der Bundesrepublik Deutschland ein.
Innenpolitisch ergaben sich in der Bundesrepublik Deutschland erhebliche Schwierigkeiten. Sie fanden in dem sog. Wehrbeitragsstreit vor dem Bundesverfassungsgericht ihren Niederschlag. Umstritten war, ob die Aufstellung deutscher Streitkräfte einer Ergänzung und damit Änderung des Grundgesetzes bedürfe und ob die neuen Verträge vom 23. 10. 1954 Bestimmungen enthielten, die der Verfassung widersprachen. Das Bundesverfassungsgericht erließ einige Zwischenentscheidungen, doch bevor es zu den Fragen Stellung nahm, wurde die Einfügung in Art. 79 Abs. 1 vorgenommen, die es ermöglicht, derartige Verträge auch dann abzuschließen, wenn sie nicht in allem „verfassungskonform“ sind, vorausgesetzt, dass das Zustimmungsgesetz mit der für Verfassungsänderungen erforderlichen Mehrheit verabschiedet wird. Eine solche Ergänzung erfolgte zugleich (Art. 142a GG); weitere Grundgesetzänderungen für den militärischen Bereich schlossen sich an. Auf dieser Grundlage konnte dann die Wehrgesetzgebung ohne weitere Schwierigkeiten erlassen werden.
Teepflanzen (Camellia sinensis)
Wissenschaft

Wie Tee sein Aroma erhält

Teepflanzen haben einen charakteristischen Geschmack. Nun haben Forschende das Rätsel gelüftet, wie die dafür verantwortlichen Moleküle in die Teeblätter gelangen. Demnach bilden Teepflanzen aus dem Stickstoff des Bodens verschiedene Aminosäuren, die sie anschließend über ein ausgeklügeltes Transportsystem in ihren Blättern...

Phaenomenal_NEU.jpg
Wissenschaft

Auch tote Zähne können schmerzen

Warum der Tod eines Zahns dem Leid manchmal kein Ende bereitet, erklärt Dr. med. Jürgen Brater. Man liegt nachts im Bett, und es ist, als ob im Kopf ein Presslufthammer tobt. Wellen pochender Schmerzen jagen durch den Kiefer, jeder Kontakt der Zähne löst eine dröhnende Explosion aus. Tabletten helfen nicht, allenfalls bringt...

Weitere Artikel aus dem Kalender

Weitere Lexikon Artikel

Weitere Artikel aus dem Großes Wörterbuch der deutschen Sprache

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon