Großes Wörterbuch der deutschen Sprache

blümerant:
Der umgangssprachliche Ausdruck
blümerant
für „schwach“, „schwindelig“ bedeutet eigentlich „blassblau“ und kommt aus dem Französischen. Es ist die Verballhornung von
bleu mourant
„sterbensblau“ (
bleu
„blau“ +
mourir
„sterben“). Ursprünglich wurde also jemandem, dem es schwindelig wurde, nicht schwarz, sondern blau vor Augen.
Das mit „bleichblau“, „blassblau“ und „mattblau“ übersetzte
bleu mourant
gehörte zu den Modefarben des 17. und 18. Jahrhunderts und wurde vielfach für Anstrich oder Tapeten verwendet. Ein Beispiel dafür ist die Tapete im einstigen Speisezimmer des Frankfurter GoetheHauses, das wegen dieser Farbe auch „Blaue Stube“ genannt wird. Die Bedeutungsübertragung auf
schwindelig
kam möglicherweise dadurch zustande, dass man dieser Modefarbe schließlich überdrüssig war und es einem ganz
blümerant
wurde, also ganz schwindelig, wenn man sie noch sah. Diese Umdeutung kam dann im 19. Jahrhundert zustande. Die umgangssprachliche Redewendung
jemandem ist blümerant zumute
oder
jemandem wird (ganz) blümerant
bedeutet also, dass dieser Person schwindlig ist bzw. sie sich schwach fühlt.
Octopus americanus
Wissenschaft

Wie Oktopusse ihre Arme einsetzen

Die Arme von Oktopussen gehören zu den flexibelsten und vielseitigsten Strukturen im Tierreich. Dank ihnen können sich die Tintenfische in unterschiedlichem Terrain fortbewegen, ihre Umgebung ertasten, Beute fangen und sogar miteinander kommunizieren. Nun haben Forschende die komplexen Bewegungsmuster anhand von Beobachtungen von...

Ein Embryoid am 8. Tag. ©M. Zernicka-Goetz
Wissenschaft

»Entscheidend ist die Empfindungsfähigkeit«

Welcher Schutz sollte Embryoiden – stammzellbasierten Embryonen – zukommen? Die Bioethikerin Hannah Schickl über Standpunkte in der Forschung.

Der Beitrag »Entscheidend ist die Empfindungsfähigkeit« erschien zuerst auf...

Weitere Artikel aus dem Großes Wörterbuch der deutschen Sprache

Weitere Artikel aus dem Wahrig Synonymwörterbuch

Weitere Artikel aus dem Wahrig Fremdwörterlexikon

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch