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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
blümerant:
Der umgangssprachliche Ausdruck
blümerant
für „schwach“, „schwindelig“ bedeutet eigentlich „blassblau“ und kommt aus dem Französischen. Es ist die Verballhornung von
bleu mourant
„sterbensblau“ (
bleu
„blau“ +
mourir
„sterben“). Ursprünglich wurde also jemandem, dem es schwindelig wurde, nicht schwarz, sondern blau vor Augen.
Das mit „bleichblau“, „blassblau“ und „mattblau“ übersetzte
bleu mourant
gehörte zu den Modefarben des 17. und 18. Jahrhunderts und wurde vielfach für Anstrich oder Tapeten verwendet. Ein Beispiel dafür ist die Tapete im einstigen Speisezimmer des Frankfurter GoetheHauses, das wegen dieser Farbe auch „Blaue Stube“ genannt wird. Die Bedeutungsübertragung auf
schwindelig
kam möglicherweise dadurch zustande, dass man dieser Modefarbe schließlich überdrüssig war und es einem ganz
blümerant
wurde, also ganz schwindelig, wenn man sie noch sah. Diese Umdeutung kam dann im 19. Jahrhundert zustande. Die umgangssprachliche Redewendung
jemandem ist blümerant zumute
oder
jemandem wird (ganz) blümerant
bedeutet also, dass dieser Person schwindlig ist bzw. sie sich schwach fühlt.
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