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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH
Grobian
1494 hielt der Humanist Sebastian Brant in den satirischen Versen des Narrenschiffs seiner Zeit den Spiegel vor, die er als verroht und im Niedergang begriffen empfand. Zum Schutzpatron der unmanierlichen Schlemmer bestimmte er dabei den heiligen Grobianus. Der einen „Menschen ohne Anstand und Feingefühl“ beschreibende Begriff Grobianus war erst kurz zuvor (wahrscheinlich 1482) entstanden. Während manche darin eine Übersetzung des
lat.
rusticus „grober Bauer“ sehen, leiten andere das Wort von dem Adjektiv grob her. Was Brant nicht ahnte, war, dass er eines der Hauptwerke des Grobianismus verfasst hatte. Diesen Namen gab man der literarischen Gattung nämlich erst nach 1551. Er rührt von Caspar Scheidts deutscher Übersetzung der von Friedrich Dedekind 1549 auf Lateinisch verfassten Satire Grobianus her.
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