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wissen.de Artikel

Das Körpergefühl steigern

Basis: Selbstbewusstsein

Vermutlich kennen Sie das: Sie fühlen sich unwohl in Ihrer Haut, können sich selbst nicht recht leiden und haben ein überkritisches Verhältnis zu Ihrem Körper. Gerade in unserer von Medien stark geprägten Welt, fühlen sich immer mehr Menschen nicht eins mit ihrem Körper. Sie empfinden sich nicht attraktiv genug, zu dick oder unvorteilhaft proportioniert. Immer mehr Frauen trimmen ihren Körper in Fitnessstudios oder enthalten ihm Nahrung vor, während sie eine Diät nach der anderen ausprobieren.

Wenn auch Sie unzufrieden mit Ihrem Körper sind, können Ihnen die folgenden Tipps helfen, Ihren Körper - wie immer er auch beschaffen ist - zu akzeptieren und sich darin wohl zu fühlen. Von den Anregungen können aber auch diejenigen profitieren, die ihr Köperbewusstsein schulen und verbessern wollen. Versuchen Sie, eine positive und selbstbewusste Beziehung zu Ihrem Körper aufzubauen - und zwar unabhängig von Alter, Schönheit, Gesundheit oder Fitness.

Keine Vergleiche mehr

Sie begegnen Ihrer gutaussehenden und attraktiven Bekannten in der Fußgängerzone und während Sie sich mit Ihr unterhalten, vergleichen Sie sich gleich wieder mit ihr. Sieht Sie besser aus als ich? Ist sie schlanker? Bei solchen Vergleichen achten wir unweigerlich auf die Einzelheiten, die uns vom anderen unterscheiden. Gezwungenermaßen werden wir dabei also entweder "besser" oder "schlechter" abschneiden. Das kann unser Selbstbewusstsein zwar einerseits aufpolieren, andererseits aber auch genauso leicht verunsichern. Es ist keinesfalls hilfreich, sich ständig mit anderen zu vergleichen und sein Selbstbewusstsein oder das eigene Körperempfinden danach auszurichten. Verzichten Sie in nächster Zeit bewusst auf derartiges Verhalten und akzeptieren sich und Ihren Körper so, wie er ist. Sollten Sie doch einmal dem alten Automatismus unterliegen, achten Sie diesmal nicht auf die Unterschiede, sondern auf die Ähnlichkeiten zwischen Ihnen und Ihrem Gegenüber. Das fühlt sich gleich anders an.

Die Geschenke Ihres Körpers

Gerade wenn Sie ein sehr kritisches Verhältnis zu Ihrem Körper haben, mag die folgende Übung für Sie hilfreich sein: Nehmen Sie sich Papier und Stift und listen Sie einmal alle Freuden auf, zu denen Ihr Körper beiträgt. Notieren Sie alles, was Sie ohne Ihren Körper nicht erleben könnten - auch ganz einfache Dinge wie Essen, Sexualität, Bewegung oder Musik hören. Machen Sie sich bewusst, dass Ihr Körper Ihnen viele schöne Seiten des Lebens überhaupt erst ermöglicht.

Barfuß

Ziehen Sie so oft Sie können Ihre Schuhe aus und laufen Sie barfuß oder auf Socken durch die Wohnung. Genießen Sie das angenehme Gefühl, dass die Füße nicht mehr in enge Schuhe eingezwängt sind. Nehmen Sie bewusst wahr, wie wohltuend diese Erfahrung ist. Barfußgehen wirkt wie eine leichte Fußmassage und regt die Durchblutung an. Sie können Ihre Füße noch mehr verwöhnen, indem Sie sie mit einem Massage- oder Babyöl sanft massieren.

Nacktheit

Wie fühlen Sie sich in Ihrem Körper, wenn Sie nackt sind? Scheuen Sie sich nicht, sich eine Stunde oder mehr für diese Erfahrung zu nehmen und sorgen Sie dafür, dass Sie ungestört sind. Bewegen Sie sich in dieser Zeit einmal nackt in Ihren eigenen vier Wänden und gehen Sie dort Ihren normalen Aufgaben und Beschäftigungen nach. Achten Sie bewusst darauf, wie Sie sich mit dieser Erfahrung fühlen. Können Sie dieses Gefühl genießen oder ist es Ihnen nur unangenehm? Verhalten Sie sich anders als bekleidet? Können Sie diese Freiheit genießen? Lernen Sie mehr über sich und Ihren Körper und nutzen Sie diese Erfahrung für mehr Selbstbewusstsein im Alltag .

Bewußt bewegen

Bewegung lässt Sie Ihren Körper besonders gut spüren. Seien Sie einmal bei den alltäglichen Bewegungen äußerst neugierig. Achten Sie ganz bewusst darauf, wie oft sie sich am Tag hinsetzen, auf welche Art Sie sich bewegen, mit welchem Fuß sie immer die erste Stufe einer Treppe herabsteigen usw. Bewegungen, die Sie tagtäglich hundertmal machen, erleben Sie auf einmal wesentlich bewusster. Vermutlich wird das für Sie eine ganz neuartige Erfahrung sein, die Ihnen gleichzeitig zu einem intensiven Körpergefühl verhilft.

Tanzen Sie sich frei

Genießen Sie mal wieder das angenehme Körpergefühl beim Tanzen. Wählen Sie einen Raum, der genügend Platz für freie Bewegungen bietet, oder räumen Sie notfalls Stühle und Sessel in Ihrem Wohnzimmer beiseite. Gönnen Sie sich ruhig eine halbe Stunde Zeit. Ziehen Sie Ihre bequemste Kleidung an und sorgen Sie dafür, dass Sie ungestört sind. Legen Sie nun Ihre Lieblingsmusik auf - am besten ein Stück, das Sie gleich in eine angenehme Stimmung versetzt oder Sie so richtig antörnt. Schließen Sie nun die Augen und lassen die Musik auf sich wirken. Bewegen Sie sich frei nach der Musik - wie es Ihnen gerade danach ist. Fühlen Sie Klänge und Melodie, wiegen Sie sich sanft oder wirbeln Sie ausgelassen durchs Zimmer. Dieses ganz aus dem Inneren kommende Tanzen hat eine befreiende und dadurch entspannende Wirkung und hilft Ihnen, die Batterien wieder aufzuladen und sich in Ihrem Körper wohl zu fühlen. Wenn Sie Gefallen an dieser Übung finden, möchten Sie vielleicht, Tanzen zu Ihrem Hobby machen. In den meisten Städten werden Kurse in unterschiedlichen Tanzrichtungen angeboten: Vom afrikanischen Tanz über Flamenco bis hin zum Bauchtanz. Vielleicht möchten Sie dieses Hobby lieber mit Ihrem Partner teilen? Dann erkundigen Sie sich bei Tanzschulen oder Tanzkreisen nach den dortigen Angeboten. Tanzen verleiht Ihnen über kurz oder lang auch ein ganz neues Körpergefühl, weil Sie intensiv Körperhaltung und -ausdruck schulen.

Wassergymnastik

Immer beliebter wird das sogenannte Aquafit, mit sanfter Aerobic vergleichbare Bewegungsübungen im tiefen Wasser. Mit einer Art Schwimmweste bekleidet führen Sie unter Anleitung sportliche Übungen in ca. 3,50 Meter tiefem Wasser durch. Aufgrund der Leichtigkeit, die der Körper im Wasser hat, ist dieser Sport besonders gelenkschonend, massiert gleichzeitig die Haut und lockert die Muskeln. Machen Sie 45 Minuten Aquafit und Sie fühlen sich danach frisch, entspannt und rundum wohl - probieren Sie es!

Entspannung ist das A und O

Richtiges Atmen

Wer richtig atmet, baut nicht nur übermäßigen Stress ab, sondern findet auch zu mehr Harmonie mit seinem ganzen Körper. Es ist äußerst entspannend und wohltuend, sich auf den Rhythmus der eigenen Atmung zu konzentrieren Probieren Sie folgende Übung aus: Setzen oder legen Sie sich in Ruhe hin, schließen Sie die Augen und atmen Sie ruhig und tief durch die Nase ein und aus. Konzentrieren Sie sich auf die Auf- und Abbewegungen Ihres Zwerchfells. Versuchen Sie in den Bauch zu atmen und nicht nur in die Brust. Wenn Sie die Hände auf den Bauch legen, fällt es Ihnen gerade anfangs leichter, die Bauchatmung deutlich zu spüren. Achten Sie auf rhythmische und ruhige Atemzüge.

Meditieren Sie doch einfach mal!

Wer schon einmal Meditation, Yoga oder Ähnliches ausprobiert hat, wird festgestellt haben, dass man dadurch eine ganz neue Körperwahrnehmung bzw. ein neues Körpergefühl erfährt. Wer dies gerne für sich neu kennen lernen möchte, dem sei Yoga besonders empfohlen. Yoga-Kurse werden in allen größeren und mittelgroßen Städten angeboten. Erkundigen Sie sich bei der Volkshochschule in Ihrer Nähe oder bei Ihrem Arzt. Wer nicht gleich einen ganzen Kurs besuchen möchte, kann auch folgende Übung versuchen: Legen Sie sich auf eine bequeme Unterlage und schließen Sie Ihre Augen. Spannen Sie - beim Fuß beginnend und beim Kopf endend - nacheinander alle Muskelgruppen so fest es geht an. Halten Sie die Spannung und lassen Sie dann schnell los. Erspüren Sie, wie sich Ihr Körper dadurch nach und nach entspannt. Zum Abschluss spannen Sie Ihren ganzen Körper auf einmal an und lassen Sie auch hier nach ein paar Sekunden wieder los - genießen Sie die Entspannung und das wohlige Kribbeln.

Ein wohliges Bad genießen

Verwöhnen Sie Ihren Körper mit einem alle Sinne ansprechenden Bad. Nehmen Sie sich mindestens eine halbe Stunde Zeit. Der Abend bietet sich dazu am besten an: Sie können sich dann anschließend gleich ins Bett kuscheln und in einen entspannenden Schlaf hinweggleiten. Wenn Sie nicht allein wohnen, teilen Sie Ihrem Partner oder der Familie mit, dass Sie die nächsten 30 Minuten ungestört sein möchten. Schaffen Sie sich in Ihrem Badezimmer eine angenehme Wohlfühlatmosphäre: Legen Sie, während Sie das Badewasser einlassen, beruhigende und entspannende Musik auf, am besten Ihre Lieblings-CD, stellen Kerzen auf und genießen deren sanft flackerndes Licht. Halten Sie auch eine wohlduftende Körperlotion oder ein Körperöl bereit. Genießen Sie das wohlige Gefühl mit jedem Quadratzentimeter Ihrer Haut, wenn Sie in das angenehme, warme Nass gleiten. Nehmen Sie den besonderen Duft des Badewassers, die Empfindungen auf der Haut, den Klang der Musik und das tanzende Licht des Kerzenscheins wahr und genießen Sie diese Stimmung mit all Ihren Sinnen. Nach dem Bad können Sie diese Stimmung mit einer behaglichen Massage ausklingen lassen: Cremen Sie Ihren Körper ausgiebig und ohne Eile mit Ihrem Lieblings-Körperöl oder einer Bodylotion ein. Anschließend fühlen Sie sich so richtig wohl und ausgeglichen. Und wenn Ihnen nach einem Nickerchen ist - genießen Sie es!

Verhaltensstrategien für den Alltag

Heute kein "Spieglein, Spieglein an der Wand..."

Verzichten Sie einen ganzen Tag lang bewusst auf jeglichen Blick in den Spiegel. Vermeiden Sie auch heimliche Blicke, wenn Sie sich z. B. in Schaufenstern. spiegeln. Nehmen Sie stattdessen wahr, wie Sie sich bewegen, atmen und fühlen. Ziehen Sie am Ende des Tages Bilanz und schauen Sie, ob sich Ihr Körperbewusstsein bzw. -gefühl durch diese Erfahrung verändert hat.

Zeit ist kostbar

Überlegen Sie einmal, wie viel Zeit Sie darauf verwenden, sich Ihre körperlichen Unzulänglichkeiten zu vergegenwärtigen oder sich zu beklagen. Könnten Sie diese Zeit nicht wesentlich besser und angenehmer nutzen? Vielleicht indem Sie eine interessante Zeitschrift lesen, ein nettes Telefongespräch führen, einer sportlichen oder sozialen Beschäftigung nachgehen? Setzen Sie solche Überlegungen in Zukunft in die Tat um - Zeit ist kostbar und Sie sollten Sie nicht darauf verschwenden, sich auf einen subjektiv empfundenen körperlichen Makel zu fixieren. Vielleicht erstellen Sie auch einmal eine Liste mit Plänen, die sie endlich realisieren möchten, wenn Sie schlank oder in Form sind. Seien Sie anschließend so objektiv wie möglich und unterstreichen Sie all die Sachen, die Sie auch heute schon verwirklichen könnten - genauso wie Sie jetzt sind. Nehmen Sie sich von diesen Dingen möglichst jeden Tag etwas vor und setzen Sie es in die Tat um.

In andere Rollen schlüpfen

Werden Sie Mitglied einer Laien-Schauspielgruppe, wenn es Ihre Zeit zulässt. Die Erfahrung, in eine völlig andere Rolle zu schlüpfen, wirkt nicht nur befreiend, sondern kann auch ein ganz neues Körperempfinden mit sich bringen. Sie bewegen und verhalten sich anders und wesentlich bewusster. Wenn Sie für eine solche Theatergruppe keine Zeit oder Lust haben, Sie also nicht in andere Rollen schlüpfen können, vergegenwärtigen Sie sich intensiv die Aussage "Ich bin okay, so wie ich bin". Und testen Sie, ob und wie sich diese Übung auf Ihr Auftreten und Ihre Körperhaltung auswirkt.

Perfekt sein

Sie fühlen sich in Ihrem Körper nicht ganz wohl und wünschten sich, perfekt zu sein? Den perfekten Körper gibt es nicht. Aber schreiben Sie sich ruhig einmal auf, was sich dadurch für Sie ändern würde. Wären Sie tatsächlich glücklicher? Was wäre, wenn der perfekte Körper auch negative Aspekte mit sich bringen würde - z. B. den Neid der anderen? Würden Sie sich damit dann wirklich wohler fühlen? Lassen Sie sich offen auf diese Gedanken ein und schreiben Sie sie auf. Dies hilft Ihnen, sich mit Ihrem Körper anzufreunden und wohl zu fühlen.

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