Wer arm ist
Mit seiner Armutsquote liegt Deutschland im Europa-Vergleich unter dem Durchschnitt von 16 Prozent. Auch das Armutsrisiko für Kinder ist mit einem Wert von 12 Prozent unter dem europäischen Schnitt mit 19 Prozent.
Besonders häufig vom so genannten Armutsrisiko betroffen sind Arbeitslose – hier vor allem Langzeitarbeitslose, Alleinerziehende und gering Qualifizierte. Bei ihnen liegt das Risiko bei 43 Prozent. Überdurchschnittlich hoch ist der Wert bei Alleinerziehenden. Bei ihnen liegt das Armutsrisiko bei 24 Prozent, während Familien mit Kindern ein unterdurchschnittliches Armutsrisiko von 9 Prozent aufweisen.
Bei Erwerbstätigen reduziert sich die Einkommensarmut auf sechs Prozent. Bei den Älteren ist das Armutsrisiko ähnlich hoch wie bei der Gesamtbevölkerung. Nur 2,3 Prozent der Menschen im Alter ab 65 Jahren bezogen zum Ende des Erhebungszeitraums – Ende 2006 – Grundsicherung im Alter und sind damit von Altersarmut betroffen.
... und reich
Als reich gilt in den Ländern der EU, wer mindestens 200 Prozent des mittleren Einkommens hat. Bei einem Alleinstehenden wären das 3418 Euro netto, bei einer Familie mit zwei Kindern 7178 Euro netto.
Und die Mittelschicht?
Nach den EU-Daten ist die Armutsrisikoquote in Deutschland von 2004 auf 2005 leicht von 12 auf 13 Prozent gestiegen. Zugenommen hat in den letzten Jahren offenbar auch die Ungleichheit bei den Einkommen: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hatte vor kurzem dokumentiert, dass in der Bundesrepublik die Mittelschicht schrumpft. Nach Angaben des DIW sank ihr Anteil an der Bevölkerung zwischen 2000 und 2006 von 62 auf 54 Prozent. Das entspricht einem Rückgang von 49 auf 44 Millionen Menschen. Arbeitsminister Olaf Scholz ist sich mit Experten einig: „Die Schere zwischen arm und reich hat sich weiter geöffnet. Die Einkommen der Reichen sind weiter gewachsen, dagegen sinken die Einkommen im unteren Bericht leicht“.



