Was sind berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen?
Unter berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen versteht man eine Reihe von Lehrgängen, die vom Arbeitsamt gefördert werden. Sie haben das Ziel, Schulabgängern, die nicht mehr der Vollschulzeitpflicht unterliegen, den Einstieg in die Arbeitswelt zu erleichtern und eine Berufsausbildung zu ermöglichen.
Über die Teilnahme an den berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen entscheidet die Berufsberatung der Arbeitsämter. Die Kurse werden allerdings von verschiedenen Trägern wie der freien Jugendhilfe, Bildungseinrichtungen von Wirtschafts- und Arbeitnehmerorganisationen, Berufsbildungswerken, Stiftungen und Vereinen durchgeführt. Die berufsvorbereitenden Maßnahmen vermitteln Basisqualifikationen und Grundkenntnisse in verschiedenen Berufsfeldern. Darüber hinaus bieten sie Stützunterricht, Betriebspraktika und eine intensive sozialpädagogische Betreuung. Es werden folgende Lehrgänge angeboten: Grundausbildungslehrgänge, Berufsfindungsprogramme, Förderlehrgänge, Lehrgänge zur Verbesserung beruflicher Bildungs- und Eingliederungschancen sowie Informations- und Motivationslehrgänge.
Grundausbildungs-Lehrgänge
Diese Lehrgänge sind für junge Erwachsene konzipiert, die sich unabhängig von der Schulbildung noch nicht für einen bestimmten Beruf entschieden haben, keinen Ausbildungsplatz finden konnten, oder Ihre Ausbildung abgebrochen haben. Die Teilnehmer können während des zwei- bis maximal zwölfmonatigen Kurses ihre Berufswahl überprüfen. Vor allem soll bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Motivation, eine berufliche Ausbildung durchzuführen, erhöht werden. Ziel ist die Aufnahme einer qualifizierten Ausbildung.
Förderlehrgänge
Junge Erwachsene mit einer Behinderung sollen in den Förderlehrgängen besondere Hilfestellungen erhalten, die eine Aufnahme einer Berufsausbildung oder einer Berufstätigkeit ermöglichen. Behinderte, für die eine Berufsausbildung nicht in Betracht kommt, die aber andererseits in einer Behindertenwerkstatt unterfordert sind, können an den Förderlehrgängen teilnehmen. Ziel der bis zu drei Jahren dauernden Maßnahme ist eine dauerhafte Integration in Ausbildung und Beruf.
Lehrgänge zur Verbesserung beruflicher Bildungs- und Eingliederungschancen (BBE)
Teilnehmer der BBE-Lehrgänge sind häufig sozial benachteiligte Personengruppen, Aussiedler, Ausländer, Strafgefangene und Strafentlassene sowie Personen mit Bildungsdefiziten und Jugendliche, die vorübergehend psychisch und physisch einer Ausbildung nicht gewachsen sind. Innerhalb von zwölf Monaten sollen die Teilnehmer dieser Maßnahmen intensiv auf eine Berufsausbildung vorbereitet werden. Die Kurse sind jedoch so angelegt, dass auch eine Ausbildung oder eine Arbeitsaufnahme direkt nach Beendigung des Lehrganges möglich ist. Den Teilnehmern werden theoretische und fachpraktische Grundkenntnisse vermittelt. Ein Schwerpunkt dieser Kurse ist zusätzlich die Stabilisierung und Unterstützung der Persönlichkeit.
Berufsfindungs-Programme
In dieser Kurzzeitmaßnahme (ein bis maximal drei Monate) werden junge Erwachsene gefördert, die den Anschluss ans Berufsleben verlieren könnten, zum Beispiel auf Grund von schwierigen sozialen Lebensumständen, Straffälligkeit oder ehemaliger Drogenabhängigkeit. Im Berufsfindungsprogramm soll die Bereitschaft geweckt werden, eine Ausbildung zu beginnen oder direkt eine Berufstätigkeit aufzunehmen sowie an anderen berufsfördernden Maßnahmen teilzunehmen. Informationen erhalten Sie bei den Berufsberatern der Arbeitsämter.



