Wissensbibliothek

Gibt es die legendären Riesenkalmare wirklich?

Ja, sie gibt es, aber bisher wurden die Tiere fast noch nie in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet: So gut wie alles, was wir über diese Tiere wissen, die wahrscheinlich in 500 bis 1000 Metern Tiefe leben, stammt von toten oder verletzten Tieren, die zum Beispiel durch Seebeben an die Wasseroberfläche getrieben wurden. Wie groß die Tiefseekalmare der Gattung Architeuthis werden, kann nur geschätzt werden. Ein 1933 an der Küste Neufundlands angeschwemmtes totes Exemplar war 22 Meter lang und mehrere Tonnen schwer. Das etwa 1,2 Meter lange Organ »Gladius« der Riesenkalmare sieht in der Tat aus wie ein Schwert (dies ist die Bedeutung des lateinischen Wortes »gladius«), und ihre Augen sind mit rund 30 Zentimetern Durchmesser die größten im Tierreich.

Auch was die Lebensweise dieser Giganten angeht, sind wir auf Vermutungen und Rückschlüsse angewiesen. Die Mägen angeschwemmter Tiere waren leer, doch vermutlich ernähren sie sich von Fisch. Erwachsene Tiere dürften nur einen Feind haben: den Pottwal. Denn in deren Mägen fanden sich immer wieder Überreste von Riesenkalmaren, darunter waren Saugnäpfe mit 10–25 Zentimetern und Augen von sogar 40 Zentimetern Durchmesser. Dies legt nahe, dass die Körper der Riesenkalmare noch größere Ausmaße erreichen, als die wenigen bisherigen Funde zeigen.

Auerochsen-Schädel
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