Wahrig Herkunftswörterbuch
Wind
dieses der
[Info]idg.
Wurzel *(a)uē– „wehen, blasen“ entstammende Substantiv fand seinen Weg ins Neuhochdeutsche überahd.
wind undmhd.
wint in ders. Bed.; neben der Verwandtschaft mit → wehen und → Wetter ist eine darüber hinaus enge genetische Beziehung zulat.
ventus „Wind“ festzustellen, das selbst wiederum Grundlage von Fremdwörtern wie → Ventil oder Ventilator ist; Zus. Windbeutel ist seit dem 18. Jh. bezeugt, es meinte urspr. einen mit Luft gefüllten Beutel, wird inzwischen aber nur noch im übertragenen Sinne für ein „mit Sahne gefülltes Brandteiggebäck“ und einen „Menschen mit lockerem Lebenswandel“ gebrauchtWind: Wind von etwas bekommen
Wind ist im Deutschen nicht immer gleich Wind; was man in alle vier Winde verstreut, verteilt sich in die vier „Himmelsrichtungen“, und auch für „Blähungen“ benutzt man euphemistisch das Wort Darmwind. Nicht allzu weit davon entfernt ist die ursprüngliche Bedeutung der aus der Jägersprache stammenden Redensart von etwas Wind bekommen „eine Ahnung von etwas bekommen“. Mit dem Wind ist auch hier ein Geruch gemeint, nämlich der des Jägers, den der Wind der sensiblen Nase des Wildes zuträgt. Das Tier, das Witterung aufgenommen hat, wird dadurch in weiterer Entfernung gewarnt – und so erklärt sich die Bedeutung des seit dem 17. Jahrhundert in übertragener Bedeutung belegten Ausdrucks. Früher waren auch die Verben haben und vernehmen in dieser Wendung gebräuchlich, heute wird bekommen gern vom umgangssprachlichen kriegen ersetzt, das aber auch schon Goethe verwandte.
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